Beantragung von Flugverkehrskontrollfreigaben für Drohnenaufstiege

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Drohnen in Flughafennähe

Für Aufstiege von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsysteme ist, abhängig vom Aufstiegsort, nach §21 LuftVO die Einholung einer Flugverkehrskontrollfreigabe bei der zuständigen Flugverkehrskontrollstelle erforderlich.

Eine schriftliche oder telefonische Freigabe benötigen Sie für Aufstiege in der unmittelbaren Umgebung (Kontrollzone) von

  • internationalen Verkehrsflughäfen (wie z. B. Frankfurt),
  • Regionalflughäfen (wie z. B. Dortmund)
  • militärischen Flugplätzen (wie z. B. Nordholz)

sowie außerhalb von Kontrollzonen bei Flügen in größeren Höhen.

Die Freigabe gilt für Aufstiege in den 15 von der DFS betreuten Kontrollzonen unter folgenden Auflagen generell als erteilt
(NfL 2021-1-2248):

  • Der Flugbetrieb findet nur unter folgenden Wetterbedingungen statt (maßgeblich ist das Flugplatzwetter des nächstgelegenen internationalen Verkehrsflughafens):
    1. Bodensicht mindestens 5 km und
    2. Hauptwolkenuntergrenze mindestens 1500 ft über Grund. 
  • Der Mindestabstand zur Flugplatzbegrenzung beträgt: 1,5 km.
  • Der Flugbetrieb findet nur in direkter Sichtweite des Fernpiloten statt. (Ferngläser, On-Board Kameras, Nachtsichtgeräte oder ähnliche technische Hilfsmittel fallen nicht unter den Begriff der direkten Sichtweite.)
  • Der Luftraum ist während des Fluges, insbesondere im Hinblick auf anderen Verkehr, ständig vom Fernpiloten oder einer zweiten Person, die mit dem Fernpiloten in direktem Kontakt steht, zu beobachten.
  • Bemanntem Flugverkehr ist stets auszuweichen, vorrangig durch die Verringerung der Flughöhe oder durch Landung.
  • Maximales Gewicht der Flugmodells: 5 kg
  • Maximales Gewicht des unbemannten Luftfahrzeugs: 25 kg
  • Maximale Flughöhe des Flugmodells: 50 m
  • Maximale Flughöhe des unbemannten Luftfahrzeugs: 50 m

Die im Folgenden aufgeführten internationalen Verkehrsflughäfen werden von der DFS betreut: Berlin-Brandenburg, Bremen, Düsseldorf, Dresden, Erfurt, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart.

Für Flüge mit Flugmodellen bzw. Drohnen unter anderen Wetterbedingungen, näher als 1,5 km zur Flugplatzbegrenzung und/oder in Höhen von mehr als 50 m kann eine Freigabe bei der örtlichen Flugplatzkontrollstelle beantragt werden. Diese Freigabe wird in der Regel mit weiteren Auflagen versehen.

Hinweis: Es sind darüber hinaus gegebenenfalls weitere Regelungen/ Anordnungen der zuständigen Landesluftfahrtbehörden zu beachten.

Begriffsbestimmung:

Flugmodelle werden genutzt zur Sport- oder Freizeitgestaltung.

Unbemannte Luftfahrtsysteme dienen sonstigen, insbesondere gewerblichen Zwecken (z. B. Bildaufnahmen mit dem Ziel der Veröffentlichung/des Verkaufs).

Weitere Hinweise:

  • Es werden keine Verkehrsinformationen über anderen Luftverkehr durch die DFS an den Fernpiloten übermittelt.
  • Nachts darf der Flugbetrieb nur durchgeführt werden, wenn das unbemannte Luftfahrzeug mit Beleuchtung nach SERA-DVO 923/2012 Punkt 3215 (von Luftfahrzeugen zu führende Lichter) ausgerüstet ist.
  • Zusätzlich für unbemannte Luftfahrzeuge: Die Vorgaben des NfL 1-1163-17 und des NfL 1-1430-18 sind einzuhalten.
  • Weitere Regelungen zur Erlaubnispflicht, Aufstiegsgenehmigung des Grundstückseigentümers, Haftpflichtversicherung und Datenschutzbestimmungen bleiben von dieser generellen Freigabe unberührt und sind zu beachten!