Single European Sky

Flugsicherung ist eine hoheitliche Aufgabe, die jeder europäische Staat in eigener Verantwortung durchführt. In Europa gibt es daher - wie in vergleichbaren anderen Lufträumen auch - eine Vielzahl von Kontrollzentralen, Anflugkontrollstellen und Towern.

Die Luftfahrt ist eine Branche, die wie keine andere auf internationale Kooperationen und Verbindungen angewiesen ist. Bereits in den 1960er Jahren wurde durch die Gründung von EUROCONTROL der Grundstein dafür gelegt. In den 1970er Jahren wurden weitere Harmonisierungen der europäischen Flugsicherungsorganisationen angestoßen und supranationale Kontrollzentralen wie Maastricht eingerichtet. Von hier aus wird bis heute der obere Luftraum über Nordwestdeutschland und den Benelux-Staaten überwacht.

Doch stellt der dicht beflogene europäische Luftraum mit wachsenden Verkehrszahlen auch wachsende Ansprüche an alle Akteure. Um dem Rechnung zu tragen und auch für die Zukunft den Verkehr sicher, geordnet und zeitlich zielführend abwickeln zu können, hat die Europäische Kommission im Jahr 1999 unter dem Namen Single European Sky (SES) ein Programm für einen einheitlichen europäischen Luftraum gestartet. Ziele des Programms sind einheitliche hohe Sicherheitsstandards in Europa, mehr Luftraumkapazität für den Flugverkehr und Flugsicherungsorganisationen, die wirtschaftlicher arbeiten als in der Vergangenheit.

Im Rahmen des FABEC (functional airspace block Europe Central), der unter dem Projektdach des Single European Sky geschaffen wurde, konnten bereits zahlreiche Optimierungen von Flugrouten im Interesse der Fluggesellschaften geschaffen werden. Direkte Streckenführungen und das sogenannte "Free Route" Programm für den oberen Luftraum führen auf Seiten der Airlines zu Kosteneinsparungen von geschätzten 50 Millionen Euro per Jahr in den Jahren 2013 bis 2025.

Die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg beschränkt sich jedoch nicht nur auf Fachthemen, die die Flugsicherungsorganisationen lösen können . Hoheitliche, militärische oder haftungsrechtliche Themenkomplexe werfen Fragen auf, die letztlich auf politischer Ebene beantwortet werden müssen. Auch diesen widmen sich europäische Flugsicherungsexperten und Fachministerien gemeinsam.