Kunstflug

Hier finden Sie unsere FAQ zum Thema Kunstflug.

Wir nehmen Flüge wahr, deren Manöver uns an Kunstflug erinnern. Gibt es eine Definition von Kunstflug?
„Kunstflug bezeichnet ein absichtliches Manöver in Form einer abrupten Änderung der Fluglage eines Luftfahrzeugs, einer anormalen Fluglage oder einer anormalen Beschleunigung, die für einen normalen Flug oder für die Unterweisung für Lizenzen, Zulassungen bzw. Zeugnisse oder Berechtigungen außer der Kunstflugberechtigung nicht notwendig sind*.“

* Quelle: Amtsblatt L 326 der Europäischen Union, L 326/4 (1) c) https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L:2018:326:FULL&from=EN


Wer hat das Thema „Kunstflug“ geregelt und wo stehen dazu Details?
Der Gesetzgeber hat Kunstflug im Luftverkehrsrecht abschließend geregelt. Details dazu stehen im § 14 Luftverkehrs-Ordnung* und ergänzend im § 1 Abs. 1 Luftverkehrsgesetz**.

* https://www.gesetze-im-internet.de/luftvo_2015/__14.html
** https://www.gesetze-im-internet.de/luftvg/__1.html


Welche Aufgaben nimmt die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) im Zusammenhang mit Kunstflug u.a. wahr?
Um Kunstflüge im kontrollierten Luftraum und über Flugplätzen mit Flugverkehrskontrolle durchführen zu können, ist eine entsprechende Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich (vgl. § 21 Absatz 1 Nummer 7 Luftverkehrs-Ordnung*). Diese ist bei der dafür zuständigen Flugverkehrskontrollstelle, beispielsweise einer Kontrollzentrale der DFS, einzuholen. Diese wird erteilt, soweit keine verkehrlichen bzw. flugsicherungsbetrieblichen Gründe dem entgegenstehen. Für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben (siehe vorangehender Punkt) ist der Luftfahrzeugführer allein verantwortlich.

* https://www.gesetze-im-internet.de/luftvo_2015/__21.html


Was bedeutet der Begriff „Kunstflugbox?“
Eine Kunstflugbox wird im LUFTFAHRTHANDBUCH DEUTSCHLAND (ENR 5.5-6) wie folgt beschrieben: "Für die Dauer eines Kalenderjahres widerruflich angelegte Übungslufträume für Kunstflug im kontrollierten Luftraum (sogenannte Kunstflugboxen) können auf Antrag eines Piloten bei der zuständigen Flugsicherungsstelle veröffentlicht werden." 


Welche fachlichen Aspekte prüft die DFS bei der Bearbeitung eines Antrags zur Veröffentlichung einer Kunstflugbox?
Im Regelfall enthält der Antrag einen Ortsbezug, mit dem vom zuständigen Fachbereich der DFS beispielsweise operative Belange, aber auch die der DFS bekannte Besiedelungsdichte und -struktur detailliert betrachtet und geprüft wird. Sprechen fachlich belastbare Gründe nicht dagegen, wird die DFS dem Antrag zur Veröffentlichung einer Kunstflugbox entsprechen.


Warum wurden wir nicht gefragt, ob wir mit der Veröffentlichung einer Kunstflugbox einverstanden sind?
Bei der Veröffentlichung einer Kunstflugbox handelt es sich lediglich um die flugsicherungsbetriebliche Absicherung einer rechtlich grundsätzlich erlaubten Luftraumnutzung. Eine Beteiligung Dritter ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen. „Flugsicherungsbetrieblich“ bedeutet beispielsweise, dass vom Fluglotsen Abstände zu diesem Luftraum für kontrollierte Flüge einzuhalten sind, für die Staffelungsverpflichtung besteht.   


Warum verweigert die DFS beantragte Flugverkehrskontrollfreigaben für Kunstflüge nicht? Der dadurch generierte Fluglärm ist unzumutbar.     

Die DFS darf nicht frei darüber entscheiden, ob sie eine beantragte Flugverkehrskontrollfreigabe erteilt oder nicht. Sie hat auch dabei geltendes Recht anzuwenden. Eine beantragte Flugverkehrskontrollfreigabe für Kunstflüge darf nicht verweigert werden, wenn die für die Flugsicherung einschlägigen Regeln des Luftverkehrsgesetzes eingehalten werden.

Die DFS hat bei Kunstflügen allgemein und auch in Bezug auf die Lage der Kunstflugboxen keine Indikation, dass diese „unzumutbaren Fluglärm“ im Sinne des § 29b Abs. 2 Luftverkehrsgesetz* i.V.m. den Werten des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm** erzeugen oder fördern. Diese Normen regeln Fragen des Lärmschutzes im Bereich des Luftverkehrs abschließend. Bei der Auslegung des Tatbestandsmerkmals "unzumutbarer Fluglärm" darf schon aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit nicht allein auf subjektive Empfindungen und Ansichten einzelner Personen abgestellt werden. Vielmehr ist zur Bestimmung des Vorliegens von unzumutbarem Fluglärm ein objektiver Nachweis - beispielsweise in Form eines Lärmgutachtens - erforderlich.

* https://www.gesetze-im-internet.de/luftvg/__29b.html
** https://www.gesetze-im-internet.de/flul_rmg/BJNR002820971.html


Als Bürger möchte ich mich auch erholen können. Besteht die Möglichkeit, Kunstflüge zumindest an den Wochenenden und an Feiertagen zu verbieten?
Mangels Rechtsgrundlage darf die DFS mit dieser Begründung keine Flugverkehrskontrollfreigabe für Kunstflüge verweigern.


Wie stellt die DFS sicher, dass sich der „Kunstflieger“ immer innerhalb der Kunstflugbox befindet?
Für die Navigation ist allein der verantwortliche Luftfahrzeugführer zuständig. Befindet sich das entsprechende Luftfahrzeug außerhalb der Kunstflugbox, bedeutet dies nicht, dass Kunstflug durchgeführt wird.


Ist es möglich, die Flugbox ein Stück zu verschieben?
So sehr dieser Wunsch nachvollziehbar ist – er beinhaltet mehrere „Nebenwirkungen“. Eine davon ist, dass die Verlegung einer Kunstflugbox lediglich von anderen (neuen) Personengruppen wahrgenommen wird, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gleichermaßen eine Verlegung wünschen werden. Eine andere ist, dass soweit fachlich belastbare Gründe nicht Gegenteiliges nahelegen, die DFS dem Antrag eines Piloten zur Veröffentlichung einer Kunstflugbox grundsätzlich entsprechen wird.


Wir möchten, dass die Kunstflugbox aufgehoben bzw. in der Nutzung eingeschränkt wird. An welche Stelle können wir uns wenden?
Wie bereits erwähnt, hat der Gesetzgeber das Thema „Kunstflug“ im Luftverkehrsrecht abschließend geregelt. In diesem Zusammenhang erinnern wir an § 14 Luftverkehrs-Ordnung* und an § 1 Abs. 1 Luftverkehrsgesetz**. 

* https://www.gesetze-im-internet.de/luftvo_2015/__14.html
** https://www.gesetze-im-internet.de/luftvg/__1.html