Optimierung der Luftraumgrenzen

Die DFS-Kontrollzentrale für den oberen Luftraum in Karlsruhe und das Center Maastricht initiieren gemeinsam Verbesserungen in der Luftraumstruktur an der Grenze der beiden Kontrollzentralen.

10.11.2020.- Aus dem Grundsatz „weniger komplex ist besser“ haben die Kontrollzentralen für den oberen Luftraum Karlsruhe (DFS) und Maastricht (MUAC) die COBRA-Initiative zur Optimierung der Übergabe-Lufträume an der Grenze ihrer Zuständigkeitsgebiete angestoßen. Die “Cooperative Optimisation of Boundaries, Routes and Airspace” (COBRA) hat drei Arbeits-Pakete initiiert und begonnen, sie umzusetzen. Hier wird über die Veränderung der delegierten Lufträume, neue Sektorengrenzen und veränderte Übergabe-Prozeduren nachgedacht. Einige dieser Überlegungen sind weit fortgeschritten, andere Ideen noch in der Entwicklung.

Karlsruhe und Maastricht kontrollieren die am dichtesten beflogenen Lufträume Europas – Komplexität spielt hier eine wesentliche Rolle für die Kapazität im Luftraum und die Belastung der Fluglotsen. Gemeinsam entwickeln die beiden Kontrollzentralen  in dem Projekt COBRA in den Modulen „Central“, „East“ und „West“ Maßnahmen für ihre Grenz-Sektoren entlang der geografischen Ländergrenzen zwischen Deutschland, Belgien, Luxemburg und Frankreich. Ziel der vorgesehenen Änderungen ist es, den Luftverkehr in diesen Lufträumen für die Fluglotsen weniger komplex und die Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, um höhere Sicherheit, größere Luftraumkapazität und kürzere Strecken zu erreichen.

Bei den geplanten Maßnahmen handelt es sich um die Verschiebung von Sektorengrenzen, die Veränderung von Übergabeverfahren, die Verlegung von Flugrouten sowie um Vereinbarungen, um delegierte Lufträume neu zuzuschneiden. Sie betreffen auch die DFS-Zentralen Bremen und Langen, wo deren Lufträume an die Maastrichter oder die Karlsruher Sektoren angrenzen.

Die Arbeit am „Package West“ ist weit fortgeschritten. Kürzere Strecken im Luftraum über dem Grenzgebiet von Deutschland und Belgien/Luxemburg und nördlich davon bis etwa Köln sollen hier für verbesserte Flugprofile mit Auswirkungen auf Anflug- und Abflugverfahren angrenzender Flughäfen – vornehmlich Frankfurt – sorgen. In Vorbereitung auf die konkrete Umsetzung sind erste Simulationen der Maßnahmen in Karlsruhe für das erste Quartal 2021 geplant, die Umsetzung ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Stimmen die Ergebnisse, könnten die Lotsen schon im Winter 2021 mit Schulungen beginnen.
Auch im “Package Central” ist der Austausch der Experten bereits weit fortgeschritten, wenn auch noch keine Simulationen geplant wurden. Die Entwicklung der Maßnahmen für das East Package, dies betrifft die Grenzen der Luftraumregion über Niedersachen und Sachsen-Anhalt/Mecklenburg-Vorpommern bis zur Ostsee, wird aktuell begonnen.

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Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit rund 5.600 Mitarbeitern (Stand: 30.06.2020). Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die rund 2.200 Fluglotsen leiten täglich bis zu 10.000 Flüge durch den deutschen Luftraum, im Jahr mehr als drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München sowie Tower an den 16 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland. Die Tochtergesellschaft DFS Aviation Services GmbH vermarktet flugsicherungsnahe Produkte und Dienstleistungen und ist für die Flugverkehrskontrolle an neun deutschen Regionalflughäfen sowie an den Flughäfen London-Gatwick und Edinburgh verantwortlich. Seit 2016 arbeitet die DFS an der Integration von Drohnen in den Luftverkehr und hat mit der Deutschen Telekom das Joint Venture Droniq GmbH gegründet. www.dfs.de