DFS investiert in Unifly NV

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hat über ihre Tochter DFS International Business Services GmbH (DFS IBS) 23,3 Prozent des belgischen Softwareunternehmens Unifly NV erworben. Die Beteiligung bildet die Grundlage für die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung des ersten funktionsfähigen Luftverkehrsmanagementsystems für Drohnen in Europa in 2019. Damit wird die europäische Vorreiterrolle für den Einsatz moderner Drohnentechnologie weiter ausgebaut.

21.12.2018.- Die Kaufvereinbarung von insgesamt 217.791 Anteilen der Unifly NV durch die DFS IBS GmbH im Wert von rund 13 Millionen Euro wurde heute in Antwerpen offiziell unterzeichnet. Damit ist die DFS der größte Anteilseigner der belgischen Software-Entwicklungsfirma. „Wir verstärken unsere Software-Entwicklungskompetenz mit diesem Kauf ganz erheblich. Für die digitale Zukunft der DFS ist das ein strategischer Erfolgsfaktor – auch und gerade für die Positionierung im Umfeld der unbemannten Luftfahrt“, sagt Prof. Klaus-Dieter Scheurle, CEO der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH.

Neben der DFS IBS GmbH und dem Unifly-Management sind die belgischen Venture Capital Gesellschaften QBIC Venture Partners und PMV sowie das japanische Unternehmen Terra Drone bei Unifly NV investiert.

Unifly wurde im Jahr 2015 als Start-Up-Unternehmen gegründet und ist inzwischen in Spanien, Frankreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, in den Vereinigten Staaten von Amerika, Malawi, China und Japan tätig. Die Gesellschaft mit Sitz in Antwerpen ist eine Softwareentwicklungs­firma, die auf das Verkehrs- und Betriebsmanagement von unbemannten Luftfahrzeugsystemen spezialisiert ist. Unifly bietet mit UniflyUTMS eine cloudbasierte Softwareplattform für Drohnen-Telematikdienste zur Integration von niedrig fliegenden unbemannten Luftfahrzeugsystemen in das Luftverkehrsmanagement. Unifly ist Kernlieferant des zukünftigen Traffic-Management-Systems für die unbemannte Luftfahrt, abgekürzt UTM (Unmanned Aircraft System Traffic Management).

Die DFS setzt damit ihre Aktivitäten zur Vereinbarkeit von bemannter und unbemannter Luftfahrt konsequent fort. Die Erfolge des Jahres 2018 können sich sehen lassen: Im Juni fand in Frankfurt der erste kontrollierte Drohnenflug auf einem internationalen Verkehrsflughafen statt. Gemeinsam mit Fraport hatte die DFS unbemannte Luftfahrtsysteme zur Überwachung des Baufortschritts am Terminal 3 erfolgreich getestet.

Außerdem wurde in verschiedenen Test-Szenarien das Tracking von Drohnen optimiert. Die gesetzlich vorgeschriebene Befliegung  unterschiedlicher Trassen, zum Beispiel Gas-Pipelines, durch Drohnen statt wie bisher durch Helikopter rückt durch das Engagement der DFS in greifbare Nähe.

Aber auch für die Vermessung eigener Anlagen hat die DFS den Einsatz von Drohnen getestet: In Hannover gelang es, das dortige Instrumentenlandesystem mittels einer Drohne auf Genauigkeit zu überprüfen. Auch solche Vermessungen sind gesetzlich vorgeschrieben und überprüfen regelmäßig die notwendige Präzision und Verfügbarkeit zahlreicher Flugsicherungseinrichtungen. 

„Mit dem Erwerb von Unifly setzen wir den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg konsequent fort“, sagt Prof. Klaus-Dieter Scheurle. „Im europäischen Vergleich wollen wir klarer Vorreiter bei dieser digitalen Herausforderung sein. Unserem Ziel, dem harmonischen und vor allem sicheren Miteinander der bemannten und der unbemannten Luftfahrt, sind wir damit einen großen Schritt nähergekommen.“


Medienkontakt:
Ute Otterbein
Telefon (06103) 707-4162
ute.otterbein@dfs.de


Foto:

Oliver Pulcher (Geschäftsführer IBS), Marc Kegelaers (CEO Unifly) und Ingo Hauck (Geschäftsführer IBS, v.l.).


Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit rund 5.400 Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die rund 2.000 Fluglotsen leiten täglich bis zu 10.000 Flüge durch den deutschen Luftraum, im Jahr mehr als drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München sowie Tower an den 16 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland. Die Tochtergesellschaft „DFS Aviation Services GmbH“ vermarktet flugsicherungsnahe Produkte und Dienstleistungen und ist für die Flugverkehrskontrolle an neun deutschen Regionalflughäfen sowie an den Flughäfen London-Gatwick und Edinburgh verantwortlich. www.dfs.de

Die DFS IBS bündelt als Finanzholding Beteiligungsgesellschaften im Drittgeschäft innerhalb des DFS-Konzerns. Sie führt, hält, verwaltet und finanziert Beteiligungen an Gesellschaften, die die Entwicklung und Durchführung von Diensten im Luftverkehrsmarkt, die Weiterentwicklung des Luftverkehrsmarktes und die DFS bei ihrer Aufgabenerfüllung unterstützen und fördern.

Unifly mit Sitz in Antwerpen, Belgien, ist ein seit August 2015 tätiges Tochterunternehmen von VITO (Flemish Institute for technological research) und entwickelt Software für die Luftverkehrsbranche. Unifly ist weltweit führend im Thema Verkehrsmanagement für unbemannte Luftfahrtsysteme. Im Fokus der Tätigkeiten steht stets die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Innovative Tools informieren Drohnenpiloten, wo sie sicher und legal fliegen dürfen und ermöglichen Genehmigungsbehörden und anderen Organisationen Luftraummanagement anhand ermittelter Flugspuren.