Kapazitäts- und Zukunftspakt für den Luftverkehr

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hat mit ihrem Tarifpartner ein umfangreiches Maßnahmenpaket vereinbart, um ihren Beitrag zu mehr Pünktlichkeit im Luftverkehr zu leisten. Unter anderem werden für Fluglotsen Anreize geschaffen, freiwillige Zusatzschichten zu übernehmen und später aus dem operativen Dienst auszuscheiden. Außerdem sicherte die DFS zu, ihre 2019 gestartete Ausbildungsinitiative auszuweiten.

06.06.2019.- Das unerwartet starke Wachstum des Luftverkehrs hat die gesamte Luftfahrtbranche im vergangenen Jahr vor Probleme gestellt: Besonders in der Hauptreisezeit im Sommer 2018 kam es europaweit zu Flugstreichungen und Verspätungen. Auch im deutschen Luftraum, mit 3,4 Millionen Flugbewegungen pro Jahr der verkehrsreichste in Europa, kam es deshalb zu Spitzenzeiten in einzelnen Bereichen zu Engpässen.

Um ihren Beitrag zur Verbesserung der Pünktlichkeit zu leisten, hat sich die DFS gemeinsam mit der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) auf Eckpunkte eines umfangreichen Maßnahmenpakets geeinigt. Vor allem drei Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Kapazität kurzfristig zu steigern und langfristig sicherzustellen: Die Möglichkeit für freiwillige Zusatzschichten von operativen Mitarbeitern, Anreize für eine längere Verweildauer im Lotsendienst sowie eine mehrjährige Ausbildungsinitiative. „Damit leisten wir einen Beitrag zur Verbesserung der derzeitigen Situation im Luftverkehr, damit Passagiere pünktlich ans Ziel kommen“, sagt CEO Prof. Klaus-Dieter Scheurle.

Mitarbeiter im operativen Bereich haben bereits vom 1. Juni an die Möglichkeit, über ihre eigentliche Arbeitszeit hinaus freiwillige Zusatzschichten zu übernehmen, die zusätzlich vergütet werden. Dies gilt für Fluglotsen, aber auch für andere operativ Tätige wie Flugdatenbearbeiter oder Techniker. Um einen finanziellen Anreiz dafür zu schaffen, werden die tariflichen Überstundenzuschläge erhöht. DFS und GdF haben dazu Eckpunkte vereinbart, die in den folgenden Wochen in entsprechende Tarifverträge umgesetzt werden.

Zusätzlich haben die Tarifpartner Anreize für eine längere Verweildauer im operativen Dienst bis zum 57. Lebensjahr geschaffen. Bislang sind die meisten Fluglotsen maximal bis zum 55. Lebensjahr operativ tätig.
Damit langfristig genug Fluglotsen zur Verfügung stehen, hat die DFS darüber hinaus eine Ausbildungsoffensive gestartet. 2019 werden insgesamt 122 junge Menschen eine Ausbildung zum Fluglotsen beginnen. 2020 wird diese Zahl noch einmal auf 146 erhöht. Die DFS hat sich mit der GdF darauf geeinigt, dieses Ausbildungsmaximum bis einschließlich 2023 festzuschreiben.

Bereits im Vorfeld hatte die DFS einige Maßnahmen umgesetzt, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Dazu gehörte die Veränderung der Flugprofile. Gemeinsam mit den Kontrollzentralen der Nachbarländer wurden Flüge auf stark frequentierten Strecken abgesenkt, um den überlasteten oberen Luftraum zu entzerren. Der Anteil der Verspätungen, an denen die Flugsicherungen in Europa einen Anteil hatten, lag 2018 bei rund einem Viertel. Im April 2019 ist dieser Wert auf ein knappes Fünftel gesunken.


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Kristina Kelek
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Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit rund 5.400 Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die rund 2.000 Fluglotsen leiten täglich bis zu 10.000 Flüge durch den deutschen Luftraum, im Jahr mehr als drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München sowie Tower an den 16 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland. Die Tochtergesellschaft „DFS Aviation Services GmbH“ vermarktet flugsicherungsnahe Produkte und Dienstleistungen und ist für die Flugverkehrskontrolle an neun deutschen Regionalflughäfen sowie an den Flughäfen London-Gatwick und Edinburgh verantwortlich. www.dfs.de