Preis für Projekt FAIR STREAM

Am 8. März 2016 erhielt das Projekt FAIR STREAM auf dem World ATM Congress in Madrid den ersten Preis in der Kategorie "Best Demonstration Project" der SESAR Project Awards.

Zu den Mitgliedern des von der französischen DSNA geführten FAIR-STREAM-Konsortiums gehören die drei Flugsicherungsorganisationen und FABEC-Mitglieder DSNA, DFS und skyguide, die drei europäischen Fluggesellschaften Air France, SWISS und Lufthansa sowie Airbus ProSky, die ATM-Tochter von Airbus. Weitere assoziierte Partner sind Hop!, Delta und Boeing. Eurocontrol hat die Live-Tests von FAIR STREAM unterstützt.

In dem Projekt ging es um die Machbarkeit eines neuen zeitbasierten Betriebs-verfahrens, das als Target Time of Arrival (TTA) bezeichnet wird und auf der geplanten Zielankunftszeit beruht. Es soll in Situationen Anwendung finden, in denen der Anflugsektor ausgelastet ist und reguliert werden muss. FAIR STREAM führte hierzu Demonstrationen und Testflüge an den drei im Kerngebiet liegenden Flughäfen Paris Charles de Gaulle, Zürich und München durch. Mit der kalkulierten Startzeit (CTOT) unterliegen Luftfahrzeuge zwar zeitlichen Vorgaben im Hinblick auf den Start, doch die wahren Engpässe in saturierten Lufträumen werden bei der Flugabwicklung hier nicht berücksichtigt. Im Reiseflug könnte das Luftfahrzeug durch eine höhere Geschwindigkeit wieder Zeit aufholen, was in überlasteten Anflugsektoren dann dazu führen kann, dass es vor der Landung Warteschleifen fliegen muss. So ist es durchaus möglich, dass ein Luftfahrzeug mit CTOT später landet als ein Flug, der eine TTA-Vorgabe hatte und dessen Flugverlauf ohne weitere Restriktionen von statten geht. Wenn alle Beteiligten die TTA verwenden, ist eine höherer Effizienz in saturierten Lufträumen zu erwarten.

FAIR STREAM hat gezeigt, dass Flugbesatzungen die geplante Ankunftszeit in der Regel weit besser einhalten können, wenn diese eine TTA-Vorgabe hatten, als es im gegenwärtigen Betrieb mit nur einer CTOT-Vorgabe möglich ist. Sie können früher abdocken und treibstoffsparender fliegen. Für das TTA Verfahren ist die bestehende Bordausrüstung ausreichend und die Arbeitsbelastung von Fluglotsen und Besatzung wird nicht erhöht. Das Konzept ist auch als ein erster Schritt hin zu einem 4D Trajectory Management zu betrachten.

Das neue Projekt iStream (integrated SESAR Trials for Enhanced Arrival Management) hat zum Ziel, die Vorteile des TTA-Konzepts für ganze Verkehrsströme unter Einbindung eines AMAN-Tools zu demonstrieren.

Maurice Georges, der Chef der französischen DSNA, sagte: "Dieser Preis ist eine Anerkennung der vielversprechenden Ergebnisse dieses Projekts, das zu einer Verbesserung der Vorhersagbarkeit und der Flugeffizienz führen soll, Verzögerungen vor der Landung reduzieren kann und gleichzeitig einen hohen Sicherheitsstandard gewährleistet."

Die vorgeschlagenen SESAR-Projekte werden von einem Ausschuss erfahrener Juroren bewertet. Die SESAR Projects Awards werden jedes Jahr vergeben.


Über SESAR
SESAR ist der Technologie-Pfeiler des einheitlichen europäischen Luftraums und soll die Modernisierung des Flugverkehrsmanagements (ATM) in Europa sicherstellen. Das SESAR Joint Undertaking (SESAR JU) wurde zur Unterstützung dieses Ziels 2007 als öffentlich-private Partnerschaft gegründet. Zu diesem Zweck werden Know-how und Ressourcen aus der gesamten ATM-Gemeinschaft gebündelt und innovative technologische und betriebliche Lösungen definiert, untersucht, entwickelt und validiert. Das gemeinsame Unternehmen SESAR ist auch für die Durchführung des europäischen ATM-Masterplans verantwortlich. Das SESAR JU wurde von der Europäischen Union und Eurocontrol gegründet und hat gegenwärtig 15 Mitglieder, die zusammen mit ihren Partners und verbundenen Assoziationen für mehr als 80 Firmen innerhalb und außerhalb Europas stehen. Das SESAR JU arbeitet auch eng mit Berufsverbänden, Regulierungsorganen, Flughafenbetreibern und der Wissenschaft zusammen.


Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit rund 5.650 Mitarbeitern (Stand 31.12.2015). Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die rund 2.000 Fluglotsen lenken täglich bis zu 10.000 Flüge im deutschen Luftraum, im Jahr rund drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München sowie Kontrolltürme an den 16 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten. Weitere Arbeitsgebiete sind Aeronautical Solutions (Consulting) und Aeronautical Information Management (Luftfahrtdaten).