EU unterstützt das IDP-Umsetzungsvorhaben der Flugsicherungsorganisationen

17.01.2014.- Die Europäische Union wird das IDP-Umsetzungsvorhaben zur koordinierten Verbesserung der Leistungsfähigkeit des europäischen Luftverkehrsmanagementnetzes und Schaffung von Vorteilen für die Endnutzer mit mehr als 45 Mio. Euro aus dem Programm zur Förderung des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) fördern.

Das Vorhaben, an dem führende europäische Flugsicherungsorganisationen beteiligt sind, wird im Rahmen des 2012 TEN-T Multi-Annual Call unterstützt. Es beinhaltet vor allem eine länderübergreifende Umsetzung von Schlüsseltechnologien und -Verfahren in Übereinstimmung mit dem von der Interim Deployment Steering Group (IDSG) entwickelten und dem Ausschuss für den einheitlichen Luftraum genehmigten Interim Deployment Programme (Überbrückungsprogramm für die Errichtung, kurz IDP).

Die IDSG ist eine von der Europäischen Kommission eingesetzte Expertengruppe, die mit der Steuerung der kurzfristigen Umsetzung von Tätigkeiten betraut ist, die im IDP zur Schaffung schneller Verbesserungen der Leistungsfähigkeit des Flugverkehrsmanagementnetzes identifiziert wurden, bis die Governance zur SESAR-Errichtung vollständig umgesetzt ist.  Die Gruppe besteht aus benannten Experten der am operativen Flugverkehrsmanagement beteiligten zivilen und militärischen Akteure (Militär, Flugsicherungsorganisationen, Luftraumnutzer, Flughäfen), des Netzmanagers (NM), der EASA und des Gemeinsamen Unternehmens SESAR (SJU).

Im IDP-Umsetzungsvorhaben engagieren sich die führenden europäischen Flugsicherungsorganisationen und Unternehmen aus dem Bereich der ATM-Technik: ENAV (Italien) als Koordinator, AENA (Spanien), DFS (Deutschland), DSNA (Frankreich), MATS (Malta), NATS (Großbritannien), NAV PORTUGAL, FINAVIA (Finnland), LGS (Lettland), DCAC (Zypern), EANS (Estland) und INECO sowie Vertreter von 5 funktionalen Luftraumblöcken (FAB): BLUEMED, SW FAB, FABEC, UK Ireland FAB und NEFAB.

Diese breite Repräsentanz der Flugsicherungsbranche gewährleistet, dass ein großes geographisches Gebiet abgedeckt und die IDP-Umsetzung in ganz Europa zeitnah gefördert werden kann.
Die Tatsache, dass die Mehrzahl der Mitglieder auch an IDSG-Aktivitäten beteiligt ist, wird sich sicher positiv auf die Arbeit der IDSG auswirken und eine effiziente Übergabe an das zukünftige Management für die SESAR-Errichtung gewährleisten.

Aufgrund der Koordinationsrolle der italienischen Flugsicherungsorganisation ENAV hat die A6-Allianz, die den Antrag für die TEN-T-Finanzierung gemeinsam mit MATS (Malta), NAV PORTUGAL, DCAC (Zypern) eingereicht hat, eine Schlüsselposition für die Erreichung dieses wichtigen Ziels inne. Dies festigt wiederum die Führungsrolle der A6 als an der Planung und Koordinierung der SESAR-Errichtung beteiligte Flugsicherungsorganisationen.


Die A6-Allianz besteht aus den sechs Flugsicherungsorganisationen, die zum SESAR JU gehören – Aena (Spanien), DFS (Deutschland), DSNA (Frankreich), ENAV (Italien), NATS (Großbritannien) und NORACON, ein Konsortium aus Austro Control (Österreich), AVINOR (Norwegen), EANS (Estland), Finavia (Finnland), IAA (Irland), LFV (Schweden) und Naviair (Dänemark). Zusammen kontrollieren ihre Mitglieder über 70% des europäischen Flugverkehrs und stehen für 72% der Investitionen in die künftige ATM-Infrastruktur. Die Flugsicherungsorganisationen der A6 sind alle Vollmitglieder des SESAR JU. Ihre Rolle ist es, zum Nutzen der Kunden und Netzwerke Synergien zwischen den zum SESAR JU gehörenden Flugsicherungsorganisationen zu schaffen, um in entscheidenden technologischen und strategischen Bereichen eine Führungsrolle auf europäischer Ebene einzunehmen. In der A6-Allianz sind fünf der neun europäischen funktionalen Luftraumblöcke (FAB) vertreten, die die geographische Säule von SES bilden. Während sich die FABs hauptsächlich auf die Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit konzentrieren, liegt der Fokus der A6-Allianz auf der Entwicklung und Errichtung von SESAR, seiner Ausführung (Planung, Leitung, Finanzierung) und den wichtigsten Strategiebereichen im gemeinsamen Interesse der A6 hinsichtlich der Verkehrs- und Luftfahrtgesetzgebung und den Interessengruppen der Branche.

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit rund 6.000 Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die rund 2.000 Fluglotsen lenken täglich bis zu 10.000 Flüge im deutschen Luftraum, im Jahr rund drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München sowie Kontrolltürme an den 16 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten. Weitere Geschäftsbereiche sind Aeronautical Solutions (Consulting) und Aeronautical Information Management (Luftfahrtdaten).