Gutachten

Zusammenfassung der Bewertung des „Fortführenden Gutachtens“ durch die DFS (Stand März 2016)     

Die DFS kommt bei ihrer Bewertung der Gutachteninhalte unter anderem zu folgenden Schlussfolgerungen:

Das grundsätzliche Defizit des Gutachtens ist, dass keine Betrachtung darüber gemacht wurde, wo im Raum der Ort der größten Beeinträchtigung der Navigationssignale angesiedelt ist. Aus diesem Grund kann aus den Messungen keine Aussage bezüglich der Größe des zu erwartenden Maximalfehlers getroffen werden.

Das Gutachten beschreibt, dass der hauptsächliche Einfluss auf den Navigationsfehler durch die Störeinflüsse auf das amplitudenmodulierte Signal entsteht. In den folgenden Simulationsrechnungen wird jedoch ausschließlich eine Berechnung der frequenzmodulierten Fehleranteile durchgeführt, deren Ergebnis für die Störbeeinflussung als unkritisch dargestellt wird. Dieses Vorgehen erscheint als nicht konsistent im Vergleich zu der ersten Aussage.

Es wird keine systematische Analyse weiterer Faktoren, die zum größten erwarteten Winkelfehler des Navigationssignals führen (zum Beispiel WEA-Orientierungen
und -Beschaffenheit sowie die Wahl der korrekten Abtastrate), durchgeführt.

Die dargestellten Ergebnisse sind sowohl für den AM- als auch für dem FM-Signalanteil in großem Maß abhängig von den Annahmen, die bei der Modellierung gemacht werden und den Randbedingungen (wie zum Beispiel Filtereinstellungen) die bei der Simulation eingestellt werden. Es gibt keine Erläuterung der verwendeten Einstellungen und keine Sensitivitätsanalyse der Fehlereinflüsse, die sich bei einer Veränderung dieser Bedingungen ergeben würden.

Diese Aussagen werden zu wesentlichen Teilen auf von den Zweitgutachtern der französischen Ecole Nationale de l’Aviation Civile (ENAC, der französische Flugsicherungsakademie) sowie der Ohio University, USA, bestätigt.

Aus den genannten Gründen sind die Aussagen und dargestellten Winkelfehler durch Windenergieanlagen für die DFS nicht repräsentativ und können somit nicht belastbar für die Begutachtung von Störszenarien eingesetzt werden.

Darüber hinaus ist die Beeinflussung des AM-Signalanteils durch größere Ansammlungen von Windenergieanlagen (auch in größeren Entfernungen) weiterhin ungeklärt.

Über wesentliche Aussagen, insbesondere die Vernachlässigbarkeit von Einflüssen durch Windenergieanlagen in Entfernungen jenseits von drei Kilometer herrscht noch kein wissenschaftlicher Konsens. Es wird deutlich, dass diese Frage signifikant ist und die Beantwortung nahezu ausschließlich davon abhängt, welche maximalen Winkelfehlertoleranzen angesetzt werden, insbesondere ob maximale anlagenbedingte Fehler und bereits vorhandene Vorbelastungen berücksichtigt werden oder nicht.

Die DFS ist von der Korrektheit der von ihr auf Basis der ICAO-Grenzwerte zugrunde gelegten Toleranzwerte überzeugt und wird diese auch zukünftig für ihre Bewertungen anwenden.

Ein weiteres Gutachten einer Berechnungsmethode zur Bewertung des Störpotentials von Windkraftanlagen auf Funknavigationsanlagen finden Sie hier.