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Anflug Frankfurt
Glossar Flugsicherung
In unserem Glossar Flugsicherung können Sie die gebräuchlichsten Ausdrücke und Abkürzungen nachschlagen.

Flugverfahren

Wird ein bestehender Flughafen durch eine neue Start- und Landebahn erweitert, so ist die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH gesetzlich dazu verpflichtet, die neue Bahn durch geeignete An- und Abflugverfahren an das Streckennetz anzubinden, um den von der Genehmigungsbehörde genehmigten Verkehr sicher, flüssig und geordnet abwickeln zu können. Bei der Planung der Verfahren hält sich die DFS an das Regelwerk der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), das u.a. mit den Dokumenten Doc 8168 (Aircraft Operations) und Doc 4444 (Air Traffic Management) die Vorgaben für die Konstruktion und Auslegung (Nutzung) der Verfahren liefert.

Bei der Planung der Verfahren lassen sich in der Regel mehrere Varianten einer Abflugstrecke konstruieren, die sich in ihrem Verlauf maßgeblich unterscheiden – und somit zu anderen Lärmbetroffenheiten führen können. So wird bereits bei der Planung von Flugverfahren neben den wichtigsten Kriterien Sicherheit, Erfüllung der Kapazitätsvorgaben und Streckenlänge auch die Fluglärmbelastung ermittelt. Alternative Streckenvarianten werden miteinander verglichen und gegeneinander abgewogen. Dazu bedient sich die DFS einem Analysesystem, das den Namen NIROS trägt und für Noise Impact Reduction and Optimization System steht. Mit Hilfe von NIROS lassen sich verschiedene Abflugstreckenvarianten analysieren, sodass sich im Anschluss eine Aussage über die Lärmbetroffenheiten (Anzahl der Personen, die mit einem bestimmten Schalldruckpegel belastet werden) treffen lässt.

Diese Varianten werden im Anschluss an die DFS-interne Planung der örtlichen Fluglärmkommission zur Beratung vorgestellt – ein vom Luftverkehrsgesetz vorgesehenes Gremium zur Beteiligung betroffener Gemeinden und Kreise. Die Beratungsergebnisse der Fluglärmkommission stellt die DFS in ihre abschließende Abwägung mit ein und reicht diese zusammen mit einer Verfahrensempfehlung an das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF), die Aufsichtsbehörde für Flugsicherungsorganisationen in Deutschland. Das BAF prüft die Abwägungsunterlagen und leitet sie parallel an das Umweltbundesamt zur Stellungnahme, um im Benehmen mit diesem Amt einen abschließenden Verordnungsvorschlag an das Bundesjustizministerium zur Rechtsförmlichkeitsprüfung weiterzureichen. Nach erfolgreicher Prüfung werden die Verfahren vom BAF als Rechtsverordnung festgelegt und mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft gesetzt.