DFS-Filme

Continuous Descent Operations
Anflug Frankfurt
Glossar Flugsicherung
In unserem Glossar Flugsicherung können Sie die gebräuchlichsten Ausdrücke und Abkürzungen nachschlagen.

Anflugverfahren

Der kontinuierliche Sinkflug (Continuous Descent Operations CDO)
Continuous Descent Operations (auch als Continuous Descent Approach, CDA, bekannt), bezeichnet ein Anflugverfahren, bei dem das Luftfahrzeug mit minimaler Triebwerksleistung (idealerweise im Leerlauf) sinkt und weitestgehend Horizontalflugphasen vermeidet. Dadurch wird Treibstoff eingespart und der Ausstoß von CO2 verringert. In einigen Bereichen kann gegebenenfalls mit einer Lärmreduzierung gerechnet werden.

Hier finden Sie eine Grafik zum Thema.

Der Pilot realisiert den kontinuierlichen Anflug über die Steuerung seines Luftfahrzeugs. Für die Umsetzung werden entweder speziell entworfene Anflugstrecken mit Höhenvorgaben und Steuerkursen herangezogen oder dem Flugzeugführer werden seitens der Flugverkehrskontrolle Entfernungsangaben und ggf. Sinkraten übermittelt. An Flughäfen, die mit einem Instrumentenlandesystem (ILS) ausgestattet sind, endet der kontinuierliche Sinkflug mit dem Erfliegen des Leitstrahls.

Idealerweise weist das CDO-Verfahren eine konstante Sinkrate von ca. 300ft/NM (ca. 90 m Höhe auf 1,85 km Länge, das entspricht ca. 3°) auf. Da sowohl die Fluggeschwindigkeit je nach Flugzeugtyp als auch die Flughöhe, in der der Sinkflug beginnt, verschieden sein kann, ist die jeweilige optimale Anflugstrecke auch verschieden lang.

Für die Fluglotsen ist ein CDO-Verfahren aufwändiger durchzuführen als ein normaler Anflug. Denn im kontinuierlichen Sinkflug müssen die Geschwindigkeiten geflogen werden, die für den jeweiligen Flugzeugtyp im „Gleitflug“ (d.h. Triebwerke arbeiten im Leerlauf) gelten. Daraus ergibt sich eine für den jeweiligen Flugzeugtyp spezifische Sinkrate.

Eine weitere Herausforderung stellt sich, wenn Verkehrsströme aus verschiedenen Richtungen auf einen gemeinsamen Endanflug zusammengeführt werden müssen. Auch ungünstige Wetterbedingungen können eine CDO-Anwendung behindern. Extremer Gegenwind zum Beispiel macht die „normale“ Berechnung der Anflugstreckenlänge mit Leerlaufleistung zunichte und erfordert eine modifizierte Kalkulation. Gewitterzellen oder Bereiche von Turbulenz wie auch die gefürchteten Windscherungen werden nach Möglichkeit vermieden oder müssen mit veränderter Geschwindigkeit durchflogen werden.

Ein kontinuierlicher Sinkflug ist deshalb nur dann möglich, wenn auf Grund der geringeren Verkehrsdichte nicht damit zu rechnen ist, dass es zu Verzögerungen des nachfolgenden Verkehrs kommt, wenn keine Sicherheitsgründe (z.B. Staffelung) dagegen sprechen und wenn das Wetter keine Einschränkungen fordert. Die Umsetzung von CDO kann sich an großen Verkehrsflughäfen wie beispielsweise Frankfurt/Main, negativ auf die Kapazität auswirken – insbesondere in verkehrsreichen Zeiten.