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Anflug Frankfurt
Glossar Flugsicherung
In unserem Glossar Flugsicherung können Sie die gebräuchlichsten Ausdrücke und Abkürzungen nachschlagen.

Abflugverfahren

Am Flughafen Frankfurt/ Main wird bereits seit einiger Zeit auf ausgewählten Abflugstrecken ein Steigflugverfahren angewendet, das zu einer Lärmreduktion unterhalb der Abflugstrecke am Boden führen kann. Hierbei wird den Flugzeugen auf den ersten sechs nautischen Meilen (ca. 11 Kilometer) eine maximale Fluggeschwindigkeit von 220 Knoten (410 km/h) vorgegeben. Die Geschwindigkeitsbegrenzung führt dazu, dass der überschüssige Triebwerksschub statt in Geschwindigkeit in Flughöhe umgesetzt wird. Zwar steigt das Flugzeug auf diese Weise steiler, allerdings wird es gegenüber der Bodengeographie langsamer, sodass eine geringere Lärmbelastung mit einer längeren Einwirkzeit auf die Besiedelung einhergehen kann. Die langsamere Fluggeschwindigkeit wirkt sich jedoch positiv auf die Einhaltung der Kurvenflüge aus.

Weitere Maßnahmen zur Lärmminderung finden Sie im PDF "Allianz für den Flughafen Frankfurt/Main".

Flughöhe und Einhaltung der Abflugstrecke
Häufig beschweren sich Flughafenanwohner darüber, dass Flugzeuge zu niedrig fliegen. Dazu muss man wissen, dass es so gut wie unmöglich ist, vom Boden aus die Flughöhe einzuschätzen. Dies liegt an den Eigenheiten der menschlichen Wahrnehmung. Am Boden kann sich das menschliche Auge bei der Einschätzung von Entfernungen unter anderem an Vergleichsgrößen orientieren – der Größe eines Menschen oder der Höhe eines Hauses zum Beispiel. Beim bloßen Blick in den Himmel fehlen solche Vergleichsreize. Ohne zusätzliche Informationen ist kaum zu beurteilen, in welcher Höhe ein Flugzeug tatsächlich fliegt.

Der Abflugverkehr folgt grundsätzlich den festgelegten Verfahren. Diese können auch Höhenvorgaben beinhalten, müssen es aber nicht. Bis zu einer bestimmten Flughöhe ist die Einhaltung der festgelegten Abflugstrecken für die Fluglotsen der DFS aus Sicherheitsgründen ein Muss. Sie erteilen daher keine abweichenden Kontrollfreigaben, es sei denn, sie sind unvermeidlich – zum Beispiel bei Gewitter oder in einer Problemsituation.

Individuelle Abweichungen von der Ideallinie einer Abflugstrecke sind in gewissem Umfang, z.B. durch Wettereinflüsse oder unterschiedliche Leistungsmerkmale der Flugzeuge, unvermeidlich. So wird in Anlehnung an internationale Vorgaben der ICAO für jede Abflugstrecke ein möglicher Rahmen für Abweichungen von einer Ideallinie festgelegt. Diese sogenannten Toleranzgebiete sind auf unterschiedliche Flugzeugtypen und Navigationsweisen zurückzuführen. Wird einer Cockpitbesatzung ein Fehler bezüglich der Einhaltung eines Abflugverfahrens nachgewiesen bzw. weicht der Pilot eigenmächtig und ohne Grund von ihr ab, leitet das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den verantwortlichen Piloten ein.

Einzelfreigaben
Flugzeuge können auf Anweisung des Fluglotsen eine Abflugstrecke verlassen und einen Direktflug einleiten, wenn sie eine bestimmte Flughöhe erreicht haben. Formal gesehen darf die Freigabe zum Direktflug bereits ab Erreichen der Sicherheitsmindesthöhe respektive Radarführungsmindesthöhe erfolgen. Ausnahmen bilden Flüge, die aus Sicherheitsgründen vorher abdrehen müssen. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hat sich intern darauf verständigt, dass Jets keine Freigabe für ein Abdrehen aus Lärmschutzgründen unterhalb von 5.000 Fuß (ca. 1.500 m) erteilt wird. An einigen Flughäfen wurde diese Höhe aus Lärmschutzgründen, örtlichen Gegebenheiten und in Absprache mit der örtlichen Fluglärmkommission sogar weiter angehoben.

Mit der Einzelfreigabe handelt die DFS gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag, den Luftverkehr sicher, geordnet und flüssig abzuwickeln – so schreibt es das Luftverkehrsgesetz vor. Durch den Direktflug wird ebenso der Verbrauch von Kerosin verringert und zusätzliche CO2-Emissionen vermieden.