Easyjet wird die Hoffmann-Kurve vorerst nicht mehr nutzen

5.8.2021.- Die Hoffmann-Kurve wurde aus Lärmschutzgründen – als bevorzugtes, lärmminderndes Abflugverfahren - vorgeschlagen. Sie ist in den amtlichen Veröffentlichungen korrekt beschrieben, im Vorfeld mit Lufthansa im Simulator getestet und vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) festgelegt. Seit Inbetriebnahme der Südpiste im November 2020 wurde die Hoffmann-Kurve sehr oft und von allen Airlines genutzt - das galt bisher auch für easyjet. Die Airline hat nunmehr aber mitgeteilt, dass sie die Hoffmann-Kurve vorerst nicht mehr fliegen wird – und somit die Ausweichstrecke, die nach einem 15-Grad-Knick nach Südosten zunächst geradeaus verläuft, stärker beflogen werden wird. Dies liegt offenbar an den jeweiligen Bordcomputern (Flight Management System = FMS), die die Beschreibung der genannten Route unterschiedlich interpretieren bzw. im System übersetzen. Easyjet arbeitet derzeit intensiv an einer Lösung. Falls Sie dazu nähere Details benötigen, erfragen Sie diese bitte bei der Airline.

Die meisten Airlines fliegen die Hoffmann-Kurve weiterhin wie geplant ab, falls nicht technische (z.B. weil der geforderte Steiggradient auf der „Hoffmann-Kurve“ nicht eingehalten werden kann) oder meteorologische (z.B. Gewitter) Gründe dagegen sprechen.

In einer Auswertung der Flugspuren auf dieser Abflugroute blieb die bisherige Schwankungsbreite deutlich innerhalb der internationalen Vorgaben, auch wenn viele Luftfahrzeuge die gewünschte „Solllinie“ nicht exakt eingehalten haben.

Die DFS hat mit der Hoffmann-Kurve einen innovativen Weg beschritten, um Gemeinden von Fluglärm entlasten zu können. Wer neue Wege beschreitet, kann in der Praxis immer mit diversen Effekten konfrontiert werden. Aus diesem Grund gibt es eine Verfahrensvalidierung, die von Beginn des BER-Betriebs an seitens der DFS kommuniziert wurde. In diesem Rahmen schaut sich die DFS die Umsetzung der Hoffmann-Kurve auch in den kommenden Tagen und Wochen genau an. Sie bleibt dazu, wie schon in der Vergangenheit, in engem Austausch mit easyjet, den anderen Airlines sowie unserer Aufsichtsbehörde, dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung. Das Ziel aller Beteiligten ist es, das lärmmindernde Abflugverfahren von der Südbahn weiter aufrecht zu erhalten.