Zivil-militärische Integration

Mehr als 20 Jahre sind seit den ersten politischen Überlegungen vergangen, die zivile Flugsicherung von den staatlichen Strukturen zu befreien, in die Organisationsform einer privatrechtlichen GmbH zu überführen und gleichzeitig die überörtliche militärische Flugsicherung zu integrieren. Seit 1993 prägt das Modell der zivil-militärischen Integration die Luftverkehrsgeschichte in Deutschland. Es ist beispielgebend in Europa und findet auch weltweit große Anerkennung.

Per Gesetz ist der DFS die Kontrolle des deutschen Luftraums in Friedenszeiten übertragen worden, das aber auch die militärischen Interessen umfassend berücksichtigt. Davon ausgenommen ist die örtliche militärische Flugsicherung an den militärischen Flugplätzen, zu denen auch die zivil mitgenutzten militärischen Flugplätze zählen. Im Spannungs- und Verteidigungsfall haben allerdings die Streitkräfte die Befugnis, Aufgaben der Verkehrsregelung – und damit der Flugsicherung – wahrzunehmen.

Voraussetzung für dieses Gesetz und eine damals notwendige Änderung des Grundgesetzes war eine „Ressortvereinbarung über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Flugsicherung“ zwischen dem Bundesministerium für Verkehr und dem Bundesministerium der Verteidigung. Die zivil-militärische Zusammenarbeit hat sich nunmehr über viele Jahre von zwei separat organisierten Systemen zu einer effizienten, integrierten Organisation entwickelt. Dabei war die Entwicklung eines flexiblen Luftraummanagements ein entscheidender Gewinn sowohl für den zivilen als auch für den militärischen Luftverkehr.