Customer-Newsletter Ausgabe 08|2012


Maßnahmen zum aktiven Schallschutz am Flughafen Frankfurt/Main (EDDF)
Im Zuge der Fluglärmdiskussion im Nahverkehrsbereich des Flughafens Frankfurt, wurden unter anderem durch politische Entscheidungen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm beschlossen, die von der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH umzusetzen sind. Über folgende Maßnahmen, die Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben werden, möchten wir Sie hiermit informieren.

Umsetzung AIRAC 20.09.2012:
Nutzung Südumfliegung für EDDF-Departures von den Bahnen 25C/L
Ab dem 20.9.2012 werden auch die 3- und 4-motorigen Flugzeugtypen der Kategorien „HEAVY“ und „SUPER“ in der Zeit von 05:00 Uhr (UTC) bis 20:00 (UTC) Uhr von den nordwestlichen Abflugstrecken (TABUM und MASIR) auf die Abflugstrecken der „Südumfliegung“ (MARUN, TOBAK, BIBTI) verlagert.

Umsetzung AIRAC 18.10.2012:
Anhebung der Gegenanflüge um 1000 ft:
Auf dem nördlichen und südlichen Gegenanflug werden bis zum Erreichen von jeweils zwei Wegpunkten die entsprechend niedrigsten Betriebshöhen von 5000 ft auf 6000 ft (north WPTs DF410, DF441) und von 4000 ft auf 5000 ft (south WPTs DF609, DF640) angehoben.
Durch die Anhebung der Gegenanflüge wird der früheste Eindrehbereich auf den Endanflug um ca. 3 NM in Richtung Westen bzw. Osten verschoben.
Ziel der Anhebung ist es, eine Verminderung der Lärmemission unterhalb der Gegenanflüge herbeizuführen.

Anhebung der Überflüge im Osten und Westen von EDDF:
Zur Vermeidung niedriger Überflughöhen über den Städten Offenbach und Mainz werden sogenannte „Eindrehfenster“ geschaffen, durch die ein Eindrehen unterhalb von 4000 ft vermieden werden soll. Diese Eindrehfenster liegen westlich von Mainz bzw. östlich von Offenbach und sorgen dafür, dass ein anfliegendes Flugzeug nicht vorher und in niedriger Überflughöhe auf den Endanflug eingedreht werden darf.
Durch diese Maßnahme werden Flugzeuge, auch zu verkehrsschwachen Zeiten, eine längere Wegstrecke in östlicher bzw westlicher Richtung auf den Transitions abfliegen müssen.

Probebetrieb von ILS Anflügen auf die Landebahn Nordwest mit einem Gleitwinkel von 3,2° (CAT I only):
Die Landebahn 07L/25R ist mit jeweils zwei ILS Systemen je Landerichtung ausgestattet.
In einem einjährigen Probebetrieb wird die Nutzung von ILS Anflügen mit einem Gleitwinkel von 3,2° und die Auswirkungen dieses Anflugverfahrens auf die Verkehrsabwicklung, sowie die prognostizierte Lärmwirkung untersucht.
Hierzu wurde pro Landerichtung jeweils ein ILS zur Abstrahlung eines Gleitwinkels von 3,0° auf 3,2° umgerüstet.
Die PAPI Anlagen wurden derart umgerüstet, dass diese bis zu einer Höhe von 200 ft GND den korrekten Pfad anzeigen.

Rahmenbedingungen
Der Probebetrieb für 3,2° findet ausschließlich unter CAT I Bedingungen statt.
Die Anflugverfahren werden nur zugewiesen, wenn kein dauerhafter Rückenwind (>30 Min.) absehbar ist.
Herrscht Rückenwind vor oder ist dieser absehbar, werden die Regelungen der AIP EDDF AD 2.20.1 angewandt und hierbei ein ILS Anflugverfahren mit 3,0° für die Piste 07L/25R zugewiesen.

Flugverfahren
Die Flugverfahren für die ILS Anflüge 3,2° für die Piste 07L/25R sind zum AIRAC-Termin 18 OCT 2012 im Luftfahrthandbuch der Bundesrepublik Deutschland auf folgenden Seiten veröffentlicht:

ILS Y Rwy 07L - AD2 EDDF 4-2-7
ILS Y Rwy 25R - AD2 EDDF 4-2-8

Abrollen
Luftfahrzeugführer werden darauf hingewiesen, dass es auch bei diesem Verfahren geboten ist, die Landebahn so schnell wie möglich zu verlassen, um Verzögerungen für nachfolgende Luftfahrzeuge auszuschließen.

Ablehnung
Kann aus Sicherheitsgründen ein ILS Y Anflug mit 3,2° nicht durchgeführt werden, ist der Luftfahrzeugführer aufgefordert dies beim Erstanruf bei LANGEN RADAR (Frequenzen 120.800MHz, 119,025 MHz und 125.350 MHz) mitzuteilen.
Diesen Luftfahrzeugen wird dann entweder ein anderes ILS Anflugverfahren für die Piste 07L/25R oder ein Anflugverfahren für eine der anderen Bahnen zugewiesen.

Ansprechpartner
Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Olaf Glitsch:
Olaf.Glitsch@dfs.de
Tel.: +49 6103 707 1071


Rhein Radar AIRAC operational information AIRAC 20 SEPT 2012
Verlagerung Oberer Luftraum von München nach Karlsruhe - Projekt VOLMuK

WAS?
Verlagerung des Oberen Luftraumes (FL 315+) von der NL (Niederlassung) München an die NL Upper in Karlsruhe
WANN?
Die Betriebsaufnahme der erweiterten Zuständigkeit der NL Karlsruhe ist für die Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2012 geplant
WARUM?
Strategische Zusammenführung des Oberen Luftraumes in die NL Upper in Karlsruhe
Optimale Nutzung des auf großflächige Lufträume zugeschnittenen „very advanced“ ATS System P1/VAFORIT

WIRKUNG (Auswirkungen)
- Optimierte Verkehrsführung innerhalb des großflächigen lateralen Zuständigkeitsbereiches durch Entfall der lateralen Schnittstelle München/Karlsruhe

Bei betrieblichen Fragen ist das Karlsruher Flow Office täglich zwischen 11.00 - 17.00 Uhr Ortszeit unter der Nummer +49 721 6903-107 zu erreichen.

Im Fall von Problemen mit Streckenprofilen möchten wir Sie bitten, sich mit unserem OPS Supervisor oder der FMP Rhein fmp-rhein@dfs.de , Telefon +49 721 6903-216 oder -237 in Verbindung zu setzen.

Ansprechpartner: Wolfgang Bretl, Flow and Capacity Management,
DFS Karlsruhe, Tel. +49 721 6903 420, wolfgang.bretl@dfs.de.