DFS-Filme:

GBAS – Ground Based Augmentation System
Anflug Frankfurt
Anhebung des Anflugwinkels

Neues System für satellitengestützte Präzisionsanflüge am Flughafen Frankfurt

Fraport und DFS unterzeichnen Kooperationsvertrag für satellitengestützte Präzisionsanflughilfe „Ground Based Augmentation System“ (GBAS)

07.05.2013.- Der Vorsitzende der Geschäftsführung der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH , Prof. Klaus-Dieter Scheurle, und der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Dr. Stefan Schulte, haben heute einen Kooperationsvertrag zur Errichtung der satellitengestützen Präzisionsanflughilfe „Ground Based Augmentation System“ (GBAS) am Flughafen Frankfurt unterzeichnet. Damit wird es möglich, diese Technik in 2014 erstmalig an einem internationalen Luftverkehrsdrehkreuz in Europa einzusetzen.

„Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages setzen wir, wie auch schon in der Vergangenheit, auf innovative Technik und Verfahren hier am Standort Frankfurt. Damit können wir die Auswirkungen des Flugbetriebs im Flughafenumland weiter eindämmen und unterstreichen einmal mehr den internationalen Modellcharakter des Flughafen Frankfurt. Wir setzen so konsequent einen weiteren Punkt des Maßnahmenpaketes der Allianz für Lärmschutz um“, betonte Fraport-Chef Stefan Schulte.

Fraport und DFS erhoffen sich, dass das neue Landesystem zukünftig auch segmentierte oder gekurvte Anflüge ermöglicht – mit dem positiven Effekt einer Lärmentlastung auch in Gebieten unter dem Endanflugbereich. Darüber hinaus würden sich für Frankfurt positive kapazitive und wirtschaftliche Effekte ergeben.

 „Die DFS treibt mit GBAS eine Zukunftstechnologie voran und nimmt damit weltweit eine Vorreiterrolle ein“, sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle, „damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu mehr Effizienz und langfristig zu lärmschonenden Anflugverfahren.“
Das neue System erlaubt es nach erfolgreicher Erprobung auch, den Anfluggleitwinkel auf allen Landebahnen von derzeit 3 auf 3,2 Grad anzuheben, was bislang ausschließlich auf der Landebahn Nordwest möglich ist. Um das System umfassend nutzen zu können, ist jedoch neben der technischen Ausstattung am Boden eine entsprechende Ausrüstung der Flugzeuge notwendig. Über ein erstes Nutzungspotenzial verfügen derzeit die GBAS-fähigen Flugzeugtypen Airbus A380 und Boeing 747-8. Die Kosten für den Aufbau und die Nutzung der Bodenstation belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro.

Die neue Technik bringt gegenüber den momentan in Frankfurt angewandten Anflugverfahren wesentliche Vorteile: So verfügt etwa die Satellitennavigation auf Basis des amerikanischen Global Positioning System (GPS) derzeit über eine Genauigkeit von etwa plus-minus zehn Metern. Diese Genauigkeit reicht für eine Präzisionslandung bei schlechten Sichtverhältnissen nicht aus, kann aber mit Hilfe einer GBAS-Bodenstation erreicht werden. Auf diese Weise kann das anfliegende Flugzeug die eigene Position exakt bestimmen und den Endanflug sicher und präzise durchführen. Die von den Satelliten ausgestrahlten Signale werden von der GBAS-Anlage empfangen, mit der eigenen Position verglichen und als korrigiertes Signal zusammen mit den Anflugkoordinaten an die landenden Flugzeuge gesendet. Der Vorteil von GBAS liegt primär an der Vielfalt der Anflugverfahren, die mit einer einzigen Anlage angeboten werden können.

GBAS bietet bei Präzisionsanflügen eine digitale Führung und arbeitet nach dem sogenannten „Differential Global Positioning System“-Verfahren (DGPS). Bei diesem Verfahren wird die Genauigkeit und Integrität von GPS für das Flugzeug durch die Ausstrahlung von Korrekturdaten erhöht. Wenn Flugzeuge in der Zukunft durchgängig mit den entsprechenden Bordempfängern ausgerüstet sind, kann GBAS das Instrumentenlandesystem (ILS) vollständig ablösen. Es bietet gegenüber dem ILS etliche Vorzüge: Bis zu 49 Anflüge auf verschiedene Pisten können von nur einer GBAS-Station unterstützt werden und das System muss deutlich seltener als ein ILS durch Flugvermessung überprüft werden.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem GBAS-Film in der Film-Mediathek links oben.

Ansprechpartner:

Fraport AG
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Unternehmenskommunikation
Pressesprecher
60547 Frankfurt am Main
Telefon +49 69 690-70555
m.schweitzer@fraport.de         

DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Axel Raab
Unternehmenskommunikation
Pressesprecher
63225 Langen
Telefon +49 6103-707 4160
axel.raab@dfs.de


Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 6.000 Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die Mitarbeiter koordinieren täglich bis zu 10.000 Flugbewegungen im deutschen Luftraum, im Jahr rund drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten und in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen. Die DFS erbringt weltweit Beratungs- und Trainingsleistungen und entwickelt und vertreibt Flugsicherungssysteme. Auch flugrelevante Daten, Luftfahrtpublikationen und Flugberatung gehören zum Angebot. Die DFS hat folgende Geschäftsbereiche: Center, Tower, Aeronautical Solutions und Aeronautical Information Management.