Standortmanagement

In der DFS sind Umweltaspekte nicht nur im operativen Bereich ein zentrales Thema: Als verantwortungsbewusstes und hoch technisiertes Unternehmen verfolgt die DFS das Ziel, umweltfreundliche Prozesse und Verfahren in allen Unternehmensbereichen einzusetzen und weiterzuentwickeln. Bei Planung, Bau und Sanierung von Gebäuden und Anlagen verfolgt die DFS die Leitlinie, Ressourcen zu schonen und erneuerbare Energien einzusetzen. Gleichzeitig ist es ihr ein Anliegen, an allen Standorten den Verbrauch von Wasser, Strom, sonstigen Energieträgern sowie die Abfallmenge kontinuierlich zu reduzieren.

Umweltbewusste Energiegewinnung
Die Absicht, umweltverantwortlich zu handeln, äußert sich bei der DFS in der gesamten Energieschöpfungskette, an deren Anfang die unternehmenseigene Energiegewinnung steht: Das Blockheizkraftwerk (BHKW) gilt unter Energieexperten als effizienteste und wirtschaftlichste Art der Energiegewinnung. Bereits seit 1988 betreibt die DFS auf ihrem Campus in Langen ein eigenes BHKW. Die DFS ging einen innovativen Weg und baute seinerzeit das größte BHKW Europas.

Im Unterschied zur konventionellen und separaten Erzeugung von Strom, Wärme, Dampf und Kälte wird bei der gekoppelten Energiegewinnung eines BHKW nur halb so viel Primärenergie benötigt, so dass sich der CO2-Ausstoß halbiert. Die Leistung des Kraftwerks ist beachtlich. Es beliefert nicht nur die DFS, sondern auch anliegende Firmen mit Energie. Um die vom BHKW erzeugte Energie optimal zu verwerten, wird über den Bedarf hinaus produzierte elektrische Energie in das Netz der Stadtwerke Langen eingespeist.

Beteiligung am Emissionshandel
Da bei der für den Betrieb eines BHKW notwendigen Verbrennung von Erdgas und Heizöl Kohlendioxid frei wird, muss die DFS am Emissionshandel teilnehmen. Jährlich werden rund 25.000 Tonnen CO2 ausgestoßen, für die deckungsgleich Emissions-Zertifikate zugeteilt wurden. Das Ziel der DFS ist es, CO2-neutral zu wachsen und damit ihre Ökoeffizienz weiterhin zu verbessern. Das belegt auch die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren keine zusätzlichen Zertifikate zugekauft werden mussten – und das bei steigendem Energiebedarf.

Nutzung von Solarenergie und „grünem Strom“
Die DFS-Standorte sind in ganz Deutschland verstreut. Zu ihnen zählen nicht nur Kontrollzentralen und Tower, sondern auch Radar-und Funkanlagen. Allen Standorten ist ein hoher Strombedarf gemeinsam – denn sie laufen das ganze Jahr rund um die Uhr. Bei einem jährlichen Stromverbrauch von über 26.500.000 Kilowattstunden ist es der DFS ein wichtiges Anliegen, Strom aus erneuerbaren Energien zu nutzen und dadurch die Umwelt zu schonen.

Mit dem Bau einer Solaranlage auf dem Dach der Flugsicherungsakademie in Langen geht die DFS ihren Weg der ressourcenschonenden Erzeugung von Energie konsequent weiter. Auf einer Dachfläche von 2.500 Quadratmetern wurden 496 Solarmodule aufgestellt. Die Anlage ist seit 2009 in Betrieb.

Bei den Solarmodulen entschied sich die DFS für einen deutschen Anbieter. Tests bescheinigten der Firma den kleinsten „CO2-Fußabdruck“ unter den Herstellern. Mit Hilfe einer Anlagenüberwachung kann die DFS die Menge des erzeugten Stroms genau erfassen und analysieren. Der durchschnittliche Jahreswert liegt bei 96.000 Kilowattstunden – das entspricht dem Bedarf von 20 Einfamilienhäusern und einer CO2-Ersparnis von 60 Tonnen.

Darüber hinaus hat sich die DFS für einen Strombündelungsvertrag aus 100 Prozent regenerativen und CO2-freien Energien entschieden. Im Vergleich zu herkömmlichem Strom spart sie auf diese Weise jährlich rund 13.500 Tonnen CO2 ein.

Das ökologische Abfallkonzept der DFS
Wie bei der Energiegewinnung sieht sich die DFS auch bei der Entsorgung von Abfällen verpflichtet, ihre Ökobilanz konsequent zu optimieren. Vom Altöl bis zu Waschflüssigkeiten, von Batterien bis Biomüll: Die DFS sortiert insgesamt circa 50 verschiedene Abfallarten. Getrennt und erfasst werden sie nach Zusammensetzung und Schädlichkeit für Mensch und Umwelt. Dabei stellen rechtliche, unternehmerische und umweltpolitische Auflagen besondere Anforderungen an die Abfallentsorgung. Für die Einhaltung dieser Standards ist das DFS-Abfallmanagement gemeinsam mit ausgesuchten und zertifizierten Entsorgern verantwortlich. Denn die DFS gibt ihre Verantwortung nicht vor den eigenen Toren ab, sondern überprüft auch den Prozess der Entsorgung beim beauftragten Dienstleister. Hier gilt das Prinzip: Eine wirtschaftliche Entsorgung reicht nicht aus, sie muss auch umweltschonend sein.

Vermeidung steht im Vordergrund
Der wirksamste Ansatz in einem ökologischen Abfallkonzept ist, bereits die Entstehung von Abfall zu vermeiden. Wo er sich nicht vermeiden lässt, wird er recycelt. Ziel der DFS ist es, Abfälle bereits am Entstehungsort sortenrein zu trennen. So werden natürliche Ressourcen geschont, Entsorgungskosten gespart und schädliche Auswirkungen auf die Umwelt begrenzt. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Weit über 90 Prozent der Abfälle werden verwertet.

Die wenigen Abfälle, die sich nicht recyceln lassen, werden nach dem „Waste-to-Energy“- Prinzip verwertet oder schadlos beseitigt.

Energieoptimierte Standorte
Der sinnvolle Einsatz erneuerbarer Energien zeigt sich auch in der 2002 fertiggestellten Unternehmenszentrale in Langen. Sie wurde als Niedrigenergie-Gebäude konzipiert und spart gegenüber konventionellen Bürogebäuden 30 Prozent Energie ein. Dies wird unter anderem durch den Einsatz von Wärmepumpen erreicht. Diese Technik ermöglicht im Sommer die Kühlung sowie im Winter die Erwärmung des Gebäudes mit Hilfe der im Erdreich gespeicherten Wärmeenergie. Auf diese Weise können rund drei Viertel des Kälte- und Wärmeenergiebedarfs der Unternehmenszentrale gedeckt werden.

Darüber hinaus sorgt eine offene Gebäudearchitektur für eine optimale Nutzung des Tageslichts und helle Büros. Die Beleuchtung der Büros wird über sogenannte Präsenzmelder gesteuert. Dadurch lässt sich unnötiger Stromverbrauch vermeiden.

Für die Toilettenspülungen im Gebäude wird Regenwasser verwendet. Im Rahmen des Wettbewerbs „Energieland Hessen“ erhielt die DFS 2002 eine Auszeichnung des Hessischen Umweltministeriums für ihr fortschrittliches und Ressourcen schonendes Technikkonzept der Unternehmenszentrale.
Die DFS sieht diesen Preis als Bestätigung ihres Engagements im Umweltschutz.

Energiebewusste Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen
Dieses bewährte Konzept setzt die DFS natürlich auch in ihren laufenden sowie zukünftigen Bau-, Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben fort: Flugsicherungstechnik benötigt viel Energie – und das nicht nur wegen ihres permanenten Einsatzes. Sowohl die Lotsenarbeitsplätze und die für die Flugsicherung notwendigen Rechencenter als auch deren Klima- und Lüftungstechnik verbrauchen viel Strom. Auch hier hat die DFS Optimierungspotenziale ausgemacht.

Nach und nach wird nun die Klima- und Lüftungstechnik aller DFS-Kontrollzentralen erneuert. München bildete 2012 den Auftakt: Direkt angetriebene Lüfter mit hocheffizienten und frequenzgeregelten Motoren ersetzten die alten Lüfter. Zusätzlich wurde die Luftführung in den Betriebs- und Gestellräumen sowie die Befeuchtung optimiert, die Lüftungsanlage mit einem energiebezogenen Informationssystem – einem sogenannten Energiecontrolling – ausgestattet. Dies ist sinnvoll, weil zukünftige Einsparpotenziale nur über einen transparenten Energieverbrauch identifizierbar sind. Das spart dann nicht nur Energie, sondern verbessert gleichzeitig die Umweltbilanz der DFS. Derzeit wird die Lüftungstechnik der Kontrollzentrale Langen modernisiert.