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Historie

Bis 1972 existierte in Deutschland neben der zivilen eine militärische Flugsicherung als Teil der Streitkräfte. Diese verfügte bis dahin über eine eigene Infrastruktur und leistete eigenständig Flugsicherung an militärischen Flugplätzen und im gesamten Luftraum. Die Vermischung von zivilem Luftverkehr und militärischem Einsatzluftverkehr ließ allerdings schon früh erkennen, dass beide Verkehrsarten miteinander abgestimmt werden müssen. So bildete eine Verwaltungsvereinbarung aus dem Jahre 1959 die Grundlage für die zivil-militärische Zusammenarbeit. Auf dieser Grundlage wurde als erste überörtliche militärische Flugsicherungsstelle "Fürsty Control" von den Amerikanern in Fürstenfeldbruck übernommen und 1962 in eine zentrale Anflugkontrollstelle nach Kaufbeuren verlegt. Diese wurde 1965 als erste überörtliche militärische Flugsicherungsstelle im Rahmen eines Integrationskonzeptes in die zivile Flugsicherung eingegliedert.

Weitere militärische Flugsicherungszellen nahmen ab 1960 ihre Arbeit auf, mit historischen Rufzeichen wie "Hollywood Radar" aus dem Control and Reporting Center (CRC) Uedem oder "Miami Radar" im CRC Brockzetel. Aber auch der Norden hat seine eigenen lokalen Geschichten um die militärischen Anflugkontrollstellen Eider und Weser Control. Anfang der 60er Jahre nahm Eider seinen Dienstbetrieb in Husum und Weser in Oldenburg auf. Bereits das Integrationskonzept von 1960 sah einen gemeinsamen Betrieb aus einer zivilen Kontrollstelle vor, das 1974 für Weser Control und 1976 für Eider Control mit der Verlagerung in die Regionalstelle Bremen abgeschlossen wurde.

Für den oberen Luftraum planten die Streitkräfte ebenfalls eigene Strukturen in Form von militärischen Radarkontrollzentralen (MATRAC) und nahmen die erste 1962 am Standort der inzwischen zivil gewordenen Flugsicherungsstelle Birkenfeld (Rhein Control) unter dem Namen Saar Radar in Betrieb. 1968 zogen beide Flugsicherungskontrollstellen nach Frankfurt und wechselten 1977 an ihren heutigen Standort nach Karlsruhe. Die zweite MATRAC wurde in Goch am Niederrhein errichtet und 1969 durch die Flugsicherungs-Zellen Auenhausen und Uedem bezogen. 1975 wurde die Einheit in den militärischen Teil der EUROCONTROL-Zentrale nach Maastricht verlegt, die bereits 1973 im oberen norddeutschen Luftraum den Betrieb aufgenommen hatte.

Seit 1972 kontrollierten militärische Flugsicherungskontrolloffiziere und zivile Fluglotsen in den Flugsicherungskontrollzentralen der zivilen Organisation BFS (Bundesanstalt für Flugsicherung) ihren Luftverkehr. Sie arbeiteten im selben Betriebsraum, entweder in getrennten Bereichen oder sogar Seite an Seite, nutzten die gleiche Technik und waren nach den Regeln der ICAO und nach nationalen Vorschriften ausgebildet. Die Soldaten waren fachlich dem Amt für Flugsicherung der Bundeswehr unterstellt. Die zwei Flugsicherungsorganisationen fassten ihre Hauptquartiere, die BFS und das AFSBw (Ende 1971), an einem Standort zusammen.

1991 unterzeichneten der Bundesminister der Verteidigung und der Bundesminister für Verkehr eine Vereinbarung über die Integration der zivilen Flugsicherung und der überörtlichen militärischen Flugsicherung, gefolgt von entsprechenden Änderungen des deutschen Grundgesetzes und des Luftverkehrsgesetzes. Danach wurde die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH gegründet und militärische Experten in Friedenszeiten zur DFS beurlaubt. Grundlage der Vereinbarung war der politische Wille zur Privatisierung der zivilen Flugsicherung unter gleichzeitiger Wahrung der militärischen Interessen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass bei gegenseitiger Achtung der Interessen der verfügbare Luftraum zum Nutzen beider Verkehrsarten optimal genutzt werden kann.


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30.09.2009
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