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Langen, 24. Februar 2005 DFS wollte keine Flughafen-Sperrung
Über 200 Stunden Verspätung entstanden allein am Frankfurter Flughafen beim Arbeitsbesuch des amerikanischen Präsidenten George W. Bush am Mittwoch dieser Woche. Dies geht aus den Daten der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hervor. Darüber hinaus wurden allein in Frankfurt über 150 Flüge gestrichen. Zusätzlich mussten zahlreiche Flüge mit Ziel Frankfurt auf anderen Airports am Boden gehalten werden, weil niemand genau absehen konnte, wie lange die von den amerikanischen Sicherheitsdiensten veranlasste Vollsperrung des Rhein-Main-Flughafens andauern würde. Bereits am Tag des Präsidentenbesuchs kursierten erste Schuldzuweisungen und Klagedrohungen, in denen mal die Deutsche Flugsicherung, mal das Bundesverkehrsministerium für die unüberschaubare Situation verantwortlich gemacht wurden. Meldungen und Äußerungen, wonach der Bundesverkehrsminister für die zeitweilige Sperrung des Frankfurter Flughafens verantwortlich sei, treffen nicht zu. Das bestätigt sich auch in den Protokollen der DFS aus der Vorbereitungszeit des Präsidentenbesuchs. Das Hauptinteresse von Flugsicherung, Fraport und Lufthansa bei der Vorbereitung zielte stets auf die Kernfrage, ob der Flughafen bei An- und Abflug des Präsidenten vollständig geschlossen werden muss. Noch eine Woche vor dem Besuch schien klar, dass eine vollständige Sperrung nicht nötig sein würde. Ein Vorauskommando des amerikanischen Secret Service bestätigte damals bei einem Treffen aller Beteiligten mit der Polizei Hessen, dass der Präsidentenkonvoi den Flughafen nicht über das Pistensystem verlassen werde, der Start- und Landebetrieb mithin nur kurzfristig beeinträchtigt sein könnte. Über diesen beruhigenden Sachverhalt gab die DFS sodann ein NOTAM heraus, eine amtliche Mitteilung an die Airlines. Doch zwei Tage vor dem Besuch, am Montag dieser Woche, änderte sich alles. Bei einem Briefing auf der US Airbase forderte der Secret Service plötzlich einen „Airport Freeze“, also die vollständige Schließung des Flughafens, weil der Präsidentenkonvoi den Flughafen nicht auf der Ringstraße außerhalb des Pistensystems verlassen, sondern aus Sicherheitsgründen den kürzesten Abfahrtsweg benutzen und dabei alle Pisten überqueren werde. Auch massive Hinweise darauf, welche gravierenden Folgen dieser Plan auf den Flugbetrieb habe, änderten nichts an dieser Haltung. Bei einer umgehenden Rücksprache von DFS- und Fraport-Vertretern mit der Polizei Hessen berief diese sich auf eine Direktive des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, wonach – basierend auf einer Sicherheitsanalyse - alle Forderungen des Secret Service von der Hessischen Polizei umgesetzt würden. Über die dabei drohende Flughafenschließung hat die DFS die Airlines am folgenden Tag informiert. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 5.200 Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die Mitarbeiter koordinieren täglich rund 10.000 Flugbewegungen im deutschen Luftraum, im Jahr über drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten und in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen. Die DFS erbringt weltweit Beratungs- und Trainingsleistungen und entwickelt und vertreibt Flugsicherungs-, Ortungs- und Navigationssysteme. Auch flugrelevante Daten, Luftfahrtpublikationen und Flugberatung gehören zum Angebot. Die DFS hat folgende Geschäftsbereiche: Center, Tower, Aeronautical Solutions und Aeronautical Information Management.
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| 08/01/2009 |
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