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Verkehrssituation am Flughafen Düsseldorf

8.7.2010.- Fluglotsenmangel kann zu Verspätungen führen

In einer Pressekonferenz informierte die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH am heutigen Donnerstag über die Verkehrssituation im Luftraum über Nordrhein-Westfalen und die Auswirkungen auf den Flughafen Düsseldorf. DFS-Chef Dieter Kaden erklärte die äußerst komplexe Lage im Luftverkehr und die Personalsituation in der für diesen Luftraum verantwortlichen Kontrollzentrale im hessischen Langen. Hier, so Kaden, lägen hauptsächlich die Ursachen für mögliche Engpässe und Verspätungen in den kommenden Monaten.

Angefangen hatte alles mit falschen Verkehrsprognosen nach den Terroranschlägen des 11. September 2001. Diese hatten einen wesentlich geringeren Anstieg des Flugverkehrsaufkommens vorausgesagt, tatsächlich ist das Wachstum erheblich größer ausgefallen. Die DFS ist vom Gesetzgeber nicht nur beauftragt, den Flugverkehr sicher und effizient abzuwickeln, sondern auch wirtschaftlich, um die Gebühren für die Fluggesellschaften in erträglichem Rahmen zu halten. Daher wurden alle Kosten, auch die Personalkosten als größter Kostenblock, auf den Prüfstand gestellt. In den Kontrollsektoren, die für den Lufraum über NRW verantwortlich sind, kam es zusätzlich zu personellen Engpässen. Einerseits führten Personalausfälle durch Erkrankungen, Schwangerschaften oder Dienstuntauglichkeiten, andererseits Vereinbarungen mit der Gewerkschaft, die damals getroffen worden waren, zu diesen Problemen.

Von der Rekrutierung bis zum Lizenzerwerb braucht ein Fluglotse rund vier Jahre, in Nordrhein-Westfalen jedoch in der Regel etwas länger. Das liegt an der besonderen Komplexität des Luftraums. Großflughäfen wie Düsseldorf und Köln, die An- und Abflugbereiche der Flughäfen Frankfurt, Amsterdam und Brüssel und etliche kleinere Flughäfen machen diesen Luftraum zu einem der komplexesten in Europa.

Die Möglichkeit, Lotsen kurzfristig von weniger personalkritischen Standorten abzuziehen und den stärker betroffenen Bereichen zuzuführen, ist auf Grund der unterschiedlichen Lizenzierung und des Trainingsaufwandes nicht möglich. Nicht nur die DFS hat mit diesem Problem zu kämpfen, europaweit fehlen Fluglotsen.

Um diesem Problem zu begegnen, bildet die DFS nicht nur mit Hochdruck aus, sie hat auch sogenannte „Ready Entries“ eingestellt, das heißt fertig ausgebildete Fluglotsen aus dem Ausland, die nur noch die entsprechenden Lizenzen erwerben mussten.

Im Frühjahr 2010 wurde zusammen mit den niederländischen Kollegen der Luftraum zwischen Frankfurt und Amsterdam optimiert. AMRUFRA heißt das Programm und steht für Amsterdam, Ruhr, Frankfurt. Dem Luftraum wurde ein klein wenig die Komplexität genommen, um dem steigenden Verkehrsaufkommen zu begegnen und um Engpässe in diesem hochkomplexen und stark beflogenen Luftraum zu vermeiden.

Des Weiteren hat die DFS-Geschäftsführung eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft getroffen, um das Personal flexibler einsetzen zu können. Der DFS-Chef dankte den Mitarbeitern für die Bereitschaft, Mehrarbeit zu leisten und für die ungeheure Flexibilität in dieser schwierigen Situation. "Dennoch," so Kaden im Hinblick auf den Ferienbeginn, "möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es an diesen Tagen eventuell klemmen könnte. Es muss nicht sein, aber bei zusätzlichen Ausfällen könnte es passieren, dass der eine oder andere Urlauber verspätet sein Urlaubsziel erreichen wird." Der personelle Engpass könnte sich schlimmstenfalls noch bis zum Frühjahr 2011 hinziehen.


Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 5.600 Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die Mitarbeiter koordinieren täglich bis zu 10.000 Flugbewegungen im deutschen Luftraum, im Jahr knapp drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten und in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen. Die DFS erbringt weltweit Beratungs- und Trainingsleistungen und entwickelt und vertreibt Flugsicherungs-, Ortungs- und Navigationssysteme. Auch flugrelevante Daten, Luftfahrtpublikationen und Flugberatung gehören zum Angebot. Die DFS hat folgende Geschäftsbereiche: Center, Tower, Aeronautical Solutions und Aeronautical Information Management.


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09.09.2010