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Brüssel, 16. Februar 2007

Europas Flugsicherungen rücken zusammen

Internationale Fachtagung in Brüssel
Eine neue grenzüberschreitende Luftraumstruktur in Europa, eine von den Fluggesellschaften seit Jahren bestehende Forderung, könnte schon bald Realität werden. Zu diesem Thema haben sechs europäische Staaten, deren Flugsicherungs-anbieter sowie die europäische Flugsicherungsorganisation EUROCONTROL am heutigen Freitag zum ersten International Stakeholder Forum nach Brüssel eingeladen.

Um auf die Herausforderungen zu reagieren, die aus dem Anstieg des Flugverkehr in Europa resultieren, hat die Europäische Kommission mit ihrer Single-European-Sky-Initiative die Schaffung sogenannter funktionaler Luftraumblöcke (FAB) gefordert. Diese Luftraumblöcke sollen sich nicht, wie dies in den meisten Teilen Europas heute der Fall ist, an nationalen Grenzen sondern an den Verkehrsströmen orientieren. Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz sowie die von Eurocontrol betriebene Flugsicherungszentrale in Maastricht prüfen derzeit in einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten, die ein gemeinsamer Luftraumblock mit dem Namen FAB Europe Central bietet, um das von der Europäischen Kommission gesteckte Ziel zu erreichen.

Wichtig dabei ist die frühe Einbindung aller Beteiligten, damit bei der Planung die Wünsche aller Parteien berücksichtigt werden können. Dies betrifft in erster Linie Fluggesellschaften und militärische Luftraumnutzer, aber auch Flughäfen, Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft, Wetterdienste, Nachbarstaaten und Flugsicherungspersonal.

Die Sicherheit im Luftverkehr hat natürlich oberste Priorität, doch die Themen Kapazität, Kosten und Wirtschaftlichkeit sowie nicht zuletzt Umweltaspekte und Nachhaltigkeit stehen bei allen Aktivitäten ebenfalls im Vordergrund. Zur Realisierung des FAB Europe Central ist ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft in allen Bereichen der Flugsicherung erforderlich: Betrieb, Technik, Dienstleistungen, Aus- und Fortbildung sowie Personalmanagement und Entwicklung neuer Betätigungsfelder.

Der Luftraum der sechs Staaten im Herzen Europas hat eine der höchsten Verkehrsdichten und den komplexesten Flugverkehr der Welt. Die meisten europäischen Großflughäfen liegen in diesem Gebiet und die wichtigsten zivilen und militärischen Luftstraßen durchqueren es.

Allen Teilnehmerstaaten ist klar, dass das Projekt eine gewaltige Herausforderung ist und dass dabei viele Aspekte zu berücksichtigen sind. Die Aufgabe kann nur Schritt für Schritt realisiert werden und das Projekt wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Aber es ist von enormer Wichtigkeit, bereits heute die entscheidenden Weichen zu stellen und dabei möglicherweise Vorteile zu identifizieren, die sich schon vorzeitig realisieren lassen.

Nicht zu vernachlässigen ist die Anbindung der anderen europäischen Länder, die Einbindung militärischer Interessen und die Berücksichtigung sozialer sowie kultureller Aspekte. Letztendlich müssen die Parlamente der einzelnen Nationen dem Plan zustimmen. Die Machbarkeitsstudie soll bis 2008 vorliegen, anschließend kann mit der Implementierung begonnen werden.


Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Belgocontrol, Belgien
Guy Viselé, Nadine Meesen, +32 2 206 20 07 / 20 23

DFS, Deutschland
Axel Raab, Ute Otterbein +49 6103 707 4110

DSNA, Frankreich
Thierry Liabastres, Jean-Marie Piduch, +33 15809 4901

LAA, Luxemburg
Ender Ulcun, +352 478 4925

LVNL, Niederlande
Katinka Horvath, Marjolein Wenting, +31 20 406 2175

Eurocontrol/Maastricht Upper Area Control Centre
Fred Könnemann, Mireille Roman, +31 43 366 1247/1352

skyguide, Schweiz
Rosemarie Rotzetter, Patrick Herr, +41 22 417 40 08




Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 5200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die Mitarbeiter koordinieren täglich rund 9.000 Flugbewegungen im deutschen Luftraum, im Jahr nahezu drei Millionen.
Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten und in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen. Die DFS hat folgende Geschäftsbereiche: Center, Tower und Aeronautical Solutions.


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08.01.2009