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Langen, den 5. September 2007

Erstes satellitengestütztes Präzisionsanflugverfahren

Flughafen Bremen Vorreiter in Europa
Der Flughafen Bremen wurde als erster europäischer Flughafen für den regulären Flugbetrieb mit dem satellitengestützten Präzisionslandesystem GBAS (Ground Based Augmentation System) ausgerüstet. Die Landung einer Boeing 737-800 der Fluggesellschaft TUIfly mit Hilfe des neuen Systems ist für heute Mittag 12.00 Uhr geplant.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten TUIfly, Boeing und die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH das System vor, dessen Testphase am Flughafen der Hansestadt mit dem heutigen Tage begann. Präzisionsanflüge sind bisher nur mit dem herkömmlichen Instrumentenlandesystem (ILS) möglich. Zukünftig soll die Satellitennavigation diese konventionelle Methode jedoch ablösen. Derzeit hat die Satellitennavigation (GPS – Global Positioning System) eine Genauigkeit von plus-minus zwanzig Metern. Diese Genauigkeit reicht für eine Landung bei schlechten Sichtverhältnissen jedoch nicht aus. Die vier Empfänger der GBAS-Bodenstation werten die von den Satelliten empfangenen Signale aus und ermitteln daraus Korrekturwerte, die wiederum an die landenden Flugzeuge gesendet werden. An Bord des Flugzeuges wird dann mit Hilfe dieser Korrekturwerte die Position exakt bestimmt und das Flugzeug exakt zum Aufsetzpunkt geleitet.

Eine Landung, die sich allein auf die Satellitennavigation stützt, ist derzeit noch nicht zugelassen. Daher werden die Maschinen zusätzlich über konventionelle Systeme geführt. Die jetzt begonnene Testphase in Bremen dient der späteren Zertifizierung von GBAS.

Hersteller der GBAS-Bodenstation ist die Firma Honeywell, Betreiber die DFS. Die Maschine der TUIfly wurde von Boeing mit der von der Firma Rockwell-Collins entwickelten Bordausrüstung ausgerüstet. Gefördert wird das Projekt durch das BMWi im Rahmen des 3. Luftfahrtforschungsprogramms.

Im Vergleich zum gegenwärtig verwendeten Instrumentenlandesystem erwartet die DFS langfristig erhebliche Kosteneinsparungen, da im Gegensatz zum ILS grundsätzlich nur eine einzige GBAS-Bodenstation für mehrere Landebahnen und Landerichtungen benötigt wird. Zudem sind für Instrumentenlandesysteme regelmäßig aufwendige und kostspielige Wartungen und Flugvermessungen vorgeschrieben.

Interessant dürfte das System auch für die Betreiber von kleineren Flughäfen sein, an denen bis jetzt keine oder nur Nichtpräzisionsanflugverfahren zur Verfügung stehen.

Weitere Auskünfte unter Tel.: 06103-707 4160



Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 5200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die Mitarbeiter koordinieren täglich rund 9.000 Flugbewegungen im deutschen Luftraum, im Jahr nahezu drei Millionen.
Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten und in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen. Die DFS hat folgende Geschäftsbereiche: Center, Tower und Aeronautical Solutions.


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08.01.2009