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Langen, den 2. April 2007

ATM-Systeme: Mode S in betrieblicher Nutzung

Im Jahre 2000 wurde die Aufrüstung von Radarsensoren der DFS bei der Firma Raytheon UK Ltd. im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes COMOS (Common Mode S) zwischen der DFS, der schweizerischen skyguide und der niederländischen LVNL beauftragt. Die erste der 12 Mode S Anlagen, die durch die DFS geordert wurden, war die Radaranlage Frankfurt Süd, die bereits im Frühjahr 2003 in Betrieb genommen wurde. Seitdem wurden durch CNS schrittweise alle restlichen 11 Anlagen umgerüstet und damit die Voraussetzungen für die betriebliche Einführung von Mode S in Deutschland geschaffen.

In den vergangenen zwei Wochen wurden das ATM-System KARLDAP der Niederlassung Karlsruhe für den Oberen Luftraum sowie P1/ATCAS für die Kontrollzentralen des Unteren Luftraum in Langen, Bremen, München mit Mode S Funktionalität in Betrieb genommen. Gemeinsam mit den Towern (dort auf der Basis des Phoenix Systems) in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und München steht die neue Technologie nunmehr in allen Kontrollzentralen für den operativen Betrieb zur Verfügung.

Die Inbetriebnahme von Mode S erfolgt somit plangemäß und fristgerecht vor dem Mandatstermin für die Ausrüstung der Luftfahrzeuge mit Mode S fähigen Transpondern.

Die Radartechnologie Mode S (Mode Select) ermöglicht eine gezielte (selektive) Abfrage von Transpondern, wodurch eine höhere Zielauflösung (selbst sehr eng benachbarte Ziele werden zuverlässig unterschieden) und eine höhere Erfassungswahrscheinlichkeit pro Flugziel bei gleichzeitiger Reduzierung der Funkfeldbelastung erreicht werden kann. Darüber hinaus kann durch die Nutzung dieser neuen Technologie der Mode A-Codeknappheit begegnet werden.
Im konventionellen System werden Flugzeuge mit dem SSR-Code Mode A identifiziert, der nur 4096 Codes zur Verfügung stellt. Da der Flugverkehr aber auch in Zukunft weiter wachsen wird, stößt die Zuteilung individueller Codes innerhalb verkehrsreicher Lufträume an ihre Grenzen.
Das System Mode S stellt neben dem SSR-Code mit einer so genannten Flight-ID (das vom Piloten eingegebene Rufzeichen des jeweiligen Fluges) und einer individuellen 24 Bit Adresse für jedes Luftfahrzeug zusätzliche Identifikationsmöglichkeiten bereit. Im Mode S Luftraum kann dadurch zur Einsparung von SSR-Codes prinzipiell allen Luftfahrzeugen ein einziger Code zugeteilt werden. Dieser Code ist „A1000“ und wird als Mode S Conspicuity Code (MSCC) bezeichnet.
Die operative Nutzung dieses Mode S Conspicuity Codes beginnt in Deutschland auf ausgewählten „City Pairs“ voraussichtlich ab Oktober 2007.

Zur Vorbereitung auf diese nächste Phase der Mode S Nutzung überprüft die DFS vom 1. April an die von den Luftfahrzeugen übermittelten Flight-IDs auf ihre Richtigkeit. Stimmen Rufzeichen gemäß Flugplan und Flight-ID nicht überein, soll der Flugzeugführer auf diesen Umstand hingewiesen und um Korrektur gebeten werden.

Die Mode S Technologie bietet darüber hinaus noch weitere Vorteile:

Neben der Flight-ID können zukünftig noch weitere Borddaten (z.B. Selected Flight Level) von den Mode S Radaranlagen abgefragt und den ATM-Systemen zur Verfügung gestellt werden.

Die mit der Einführung von Mode S verbundene Ausrüstungsverpflichtung aller Luftfahrzeuge im kontrollierten Luftraum mit Mode S Transpondern, steigert die Leistungsfähigkeit des bordgestützten „Safety-Nets“ ACAS/TCAS.

Auch die vermehrt an großen Flughäfen (z.B. in Frankfurt und München) zum Einsatz kommenden Multilaterationssysteme wurden erst durch die bordseitige Einführung der Mode S Technologie ermöglicht.



Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 5200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die Mitarbeiter koordinieren täglich rund 9.000 Flugbewegungen im deutschen Luftraum, im Jahr nahezu drei Millionen.
Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten und in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen. Die DFS hat folgende Geschäftsbereiche: Center, Tower und Aeronautical Solutions.


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08.01.2009