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Langen, 26. Juni 2007

AENA, DFS und NATS setzen auf iTEC

AENA, DFS und NATS, die Flugsicherungsorganisationen aus Spanien, Deutschland und Großbritannien, haben heute einen wichtigen Meilenstein erreicht. Ihre Geschäftsführer trafen eine Vereinbarung über den Beginn der Implementierungsphase für das europäische Flugdatenverarbeitungssystem (eFDP) “interoperability Through European Collaboration“ (iTEC), ein System der nächsten Generation. Die gemeinsame Spezifizierungsphase für iTEC haben die drei Firmen bereits erfolgreich abgeschlossen.
Ein weiterer wichtiger Schritt wurde im Mai mit der erfolgreichen Demonstration der neuen iTEC Middleware (iMAS) vollzogen. Mit iMAS soll die heutige Middleware durch ein Produkt ersetzt werden, das auf einer offenen Architektur und dem Industriestandard CORBA basiert.
In der nächsten Phase der Zusammenarbeit soll an die Stelle der in Spanien, Deutschland und Großbritannien derzeit verwendeten Flugdatenverarbeitungssysteme das gemeinsame zukunftsorientierte iTEC-System treten.
Das auf Spitzentechnologie basierende System wird zur Erfüllung zukünftiger Kapazitätsanforderungen in den drei Ländern beitragen, deren Lufträume zu den meistbeflogenen und komplexesten der Welt gehören. Es unterstützt sowohl den zivilen als auch den militärischen Flugsicherungsbetrieb und schafft die Voraussetzungen für harmonisierte und interoperable Flugverkehrskontrolldienste, wie sie nach den Zielen für einen gemeinsamen europäischen Luftraum vorgesehen sind.
Die Geschäftsführer von AENA, DFS und NATS, Francisco Quereda, Dieter Kaden und Lawrence Hoskins, unterzeichneten die Vereinbarung. Mit dem Systemlieferanten Indra Sistemas bestehen bereits Verträge, weitere werden folgen.
“Wenn es betrieblich und wirtschaftlich sinnvoll ist, wollen wir bei der Entwicklung unserer zukünftigen Technologie auf jeden Fall gemeinsame Systemkomponenten verwenden", betonte Lawrence Hoskins. “So wollen wir sicherstellen, dass wir unseren Kunden integrierte und effiziente Dienstleistungen zu einem vernünftigen Preis anbieten können.“
“Enge Zusammenarbeit auf betrieblicher und technischer Ebene bei gleichzeitiger Berücksichtigung der jeweiligen Zuständigkeitsbereiche sind von entscheidender Bedeutung für den Erfolg dieser wichtigen Initiative. Es handelt sich hier um einen bedeutenden Beitrag zu SES und zur künftigen Umsetzung von SESAR“, sagte Dieter Kaden.
"Angesichts der hohen Entwicklungskosten sowie des starken Wunsches nach Interoperabilität und Harmonisierung in Europa sind andere Flugsicherungsorganisationen dazu eingeladen, sich an der Entwicklung zu beteiligen", sagte Francisco Quereda.
Bei der Definition der Anforderungen und Spezifikationen für das gemeinsame Flugdatenverabeitungssystem haben die drei Organisationen eng zusammengearbeitet. Die gefundene iTEC-Lösung stützt sich auf das eFDP-Projekt von Eurocontrol, auf die Stärken der eigenen Flugverkehrsmanagementsysteme der Partner (z.B. SACTA und VAFORIT) sowie auf neue Systementwicklungen (z.B. 4-D Trajectory Tools).
Zur Beschleunigung der Entwicklung und zur Senkung der Wartungskosten nutzt iTEC eine objektorientierte Architektur, die den gültigen Standards entspricht. Ein gemeinsamer und schrittweiser Ansatz hat den Vorteil, dass Risiken reduziert werden und bei jedem Schritt nur ein jeweils überschaubares Maß an Neuerungen zum Tragen kommt.
Bei der Entwicklung von iTEC wird darauf geachtet, dass das System dem Betriebskonzept von SESAR (Single European Sky ATM Research Programme) entspricht, an dem alle drei Partner mitarbeiten.



Die AENA ist ein öffentliches Unternehmen. Zu ihren Aufgaben gehören Planung, Entwicklung, Bau, Ausrüstung, Betrieb und Verwaltung von 47 spanischen Zivilflughäfen und einem Hubschrauberflugplatz sowie die Flugsicherungsdienste im gesamten in der Zuständigkeit Spaniens liegenden Luftraum mit den 5 Bezirkskontrollzentralen Madrid-Torrejón, Sevilla, Barcelona, Palma de Mallorca und Las Palmas mit drei Fluginformationsgebieten (FIR/UIR). Die AENA verwaltet daneben 16 Flughäfen in Mittel- und Südamerika, davon zwölf in Mexiko, einer in Kuba und drei in Kolumbien, sowie drei in den USA, drei in Großbritannien und einen in Schweden.
Die AENA beschäftigt 11.340 Personen, von denen 3.200 in der Flugsicherung tätig sind. Im Jahr 2006 war die AENA für fast 200 Millionen Fluggäste, 2,3 Millionen Flugbewegungen und 600.000 Tonnen Luftfracht verantwortlich. Die Investitionsausgaben für dieses Jahr beliefen sich auf 1,8 Milliarden Euro. Vom Jahr 2000 bis 2007 hat die AENA mehr als 12,5 Milliarden Euro in Infrastruktur und Technik im Bereich der Flughäfen und der Verkehrssysteme investiert.
Im Bereich der Flugsicherung ist die AENA zuständig für Organisation, Leitung, Betrieb, Wartung und Verwaltung der Telekommunikationssysteme und -netze der Luftfahrt, der Navigationssysteme sowie des Flugverkehrskontrolldienstes. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen ebenfalls die Planung, Durchführung, Leitung und Kontrolle von Investitionen in Infrastruktur und Einrichtungen.


NATS ist der Hauptanbieter für Flugverkehrsdienste in Großbritannien. Das Unternehmen wickelte im Jahr 2006 fast 2,4 Millionen Flüge ab und geleitete mehr als 235 Millionen Fluggäste sicher durch einen der meistbeflogenen und komplexesten Lufträume der Welt. NATS betreibt Bezirkskontrollzentralen in Swanwick, West Drayton, Manchester und Prestwick und führt an 15 der wichtigsten Flughäfen in Großbritannien sowie in Gibraltar Flugverkehrskontrolldienste durch. Daneben bietet das Unternehmen eine breite Palette von Geschäftslösungen in der Luftfahrtbranche an. NATS wird als Private Public Partnership (PPP) geführt und befindet sich zu 49% im Besitz des britischen Staates, 42% gehören der Airline Group, 4% der BAA und 5% dem NATS Employee Sharetrust.


Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 5200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die Mitarbeiter koordinieren täglich rund 9.000 Flugbewegungen im deutschen Luftraum, im Jahr nahezu drei Millionen.
Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten und in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen. Die DFS hat folgende Geschäftsbereiche: Center, Tower und Aeronautical Solutions.


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08.01.2009