 |
 |
 |
 |
 |
|
Langen, 31. Mai 2005 Präzisionsanflugverfahren per Satellitennavigation - DFS startet Pilotprojekt am Flughafen Bremen
Der Flughafen Bremen wird voraussichtlich 2007 als erster deutscher Flughafen mit dem satellitengestützten Präzisionslandesystem GBAS (Ground Based Augmentation System) ausgerüstet. Präzisionsanflüge erfolgen dann nicht mehr konventionell mit dem herkömmlichen Instrumentenlandesystem (ILS), sondern per Satellitennavigation. Das GPS hat derzeit eine Genauigkeit von plus-minus zwanzig Metern. Diese Genauigkeit reicht für eine Landung bei schlechten Sichtverhältnissen nicht aus. Die vier Empfänger der GBAS-Bodenstation werten die von den Satelliten empfangenen Signale aus und übermitteln daraus Korrekturwerte, die die verschiedenen Störungen, die zu der Ungenauigkeit führen, berücksichtigen. Die Bodenstation sendet diese Korrekturwerte an die landenden Flugzeuge und an Bord des Flugzeuges wird dann mit diesen Korrekturwerten die Position exakt bestimmt. Im Vergleich zum gegenwärtig verwendeten Instrumentenlandesystem erwartet die DFS langfristig erhebliche Kosteneinsparungen, da im Gegensatz zum ILS grundsätzlich nur eine einzige GBAS-Bodenstation für mehrere Landebahnen und Landerichtungen benötigt wird. Zudem sind für Instrumentenlandesysteme regelmäßig aufwendige und kostspielige Wartungen und Flugvermessungen vorgeschrieben. Das System dürfte auch ausgesprochen interessant für die Betreiber von kleineren Flughäfen sein, an denen bis jetzt keine oder nur Nichtpräzisionsanflugverfahren zur Verfügung stehen. Das Projekt sieht für 2007 erstmalig eine Testphase mit GBAS-Anflügen in Bremen vor und soll 2008 mit der Veröffentlichung der GBAS-Verfahren abgeschlossen sein. Bis dahin sind noch umfangreiche Vorarbeiten und Klärungen meist auf internationaler Ebene erforderlich. So gibt es bisher noch keine zertifizierten Bodenstationen, was aber wesentliche Voraussetzung für einen uneingeschränkten GBAS-Betrieb ist. Bis 2007 wird die erforderliche Hard- und Software jedoch aller Voraussicht nach zur Verfügung stehen. Die Firma Honeywell hat erst kürzlich eine Bodenstation in Memphis (USA) installiert, die den bestehenden ICAO*-Anforderungen schon jetzt recht nahe kommt. Die DFS betreibt dieses ehrgeizige Projekt in enger Abstimmung mit ihren internationalen Partnern. *ICAO= International Civil Aviation Organisation – Internationale Zivilluftfahrt Organisation mit Sitz in Montreal Weitere Auskünfte unter 06103-707 4160. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist ein bundeseigenes, privatrechtlich organisiertes Unternehmen mit 5.200 Mitarbeitern. Die DFS sorgt für einen sicheren und pünktlichen Flugverlauf. Die Mitarbeiter koordinieren täglich rund 10.000 Flugbewegungen im deutschen Luftraum, im Jahr über drei Millionen. Deutschland ist damit das verkehrsreichste Land in Europa. Das Unternehmen betreibt Kontrollzentralen in Langen, Bremen, Karlsruhe und München. Zudem ist die DFS in der Eurocontrol-Zentrale in Maastricht vertreten und in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen. Die DFS erbringt weltweit Beratungs- und Trainingsleistungen und entwickelt und vertreibt Flugsicherungs-, Ortungs- und Navigationssysteme. Auch flugrelevante Daten, Luftfahrtpublikationen und Flugberatung gehören zum Angebot. Die DFS hat folgende Geschäftsbereiche: Center, Tower, Aeronautical Solutions und Aeronautical Information Management.
 |
| 08.01.2009 |
|
|
|
|
|
|