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Luftraumdesign und Infrastruktur

Nicht nur in technologischen Entwicklungen, auch in der Struktur des Luftraums liegt viel Potenzial für umweltschonenderes Fliegen. Der Luftraum über Europa ist momentan in 34 verschiedene Flugsicherungzonen unterteilt. Aus diesem Grund und wegen Beschränkungen im Luftraum, die von Regierungen und Behörden auferlegt wurden, können Flugzeuge oft nicht auf dem direkten Weg fliegen, sondern müssen viele Umwege nehmen. Deswegen arbeiten die Flugsicherungsorganisationen Europas momentan an einer Vereinheitlichung des europäischen Luftraums (Single European Sky, SES). So genannte funktionale Luftraumblöcke (FAB, Functional Airspace Block) sollen sich nicht an den nationalen Grenzen, sondern an den Verkehrsströmen orientieren.

Diese Umstrukturierung des Luftraums könnte helfen, jedes Jahr 16 Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Schweiz und die von Eurocontrol betriebene Flugsicherungszentrale in Maastricht haben in einer Machbarkeitsstudie das hohe Potenzial aufgezeigt, das ein gemeinsamer Luftraumblock - der so genannte FAB-Europe Central - bietet.

SESAR ("Single European Sky Implementation Programme") ist das operative Gegenstück zum FAB. Bis 2020 soll die gesamte Infrastruktur der Flugverkehrskontrolle neu ausgerichtet und ein einheitliches, bedarfsgerechtes Netzwerk geschaffen werden.

Auch weltweit wird ständig versucht, Flugrouten zu verkürzen. Der internationale Dachverband der Luftverkehrsgesellschaften IATA (International Air Transport Association), der weltweit etwa 230 Fluglinien vertritt, verkürzte 2007 fast 400 Luftverkehrslinien. So wurde zum Beispiel der Weg von Europa nach China um 30 Minuten Flugzeit pro Strecke gekürzt. Diese Routenänderung spart pro Jahr 2.860 Stunden Flugzeit und 27.000 Tonnen Kraftstoff - und verhindert so 84.000 Tonnen CO2. Insgesamt wurden in den Jahren 2006 und 2007 durch kürzere Flugrouten weltweit rund zehn Millionen Tonnen CO2 gespart.

Zwischen 1999 und 2007 ist der Flugverkehr um ein Viertel gewachsen. In dieser Zeitspanne gingen die Gesamtverzögerungen, die durch die Flugsicherungen verursacht wurden, um zwei Drittel zurück. Gleichzeitig konnte die Flugstrecke im Durchschnitt um rund vier Kilometer verkürzt werden. Diese Verbesserungen sparen Jahr für Jahr insgesamt 3,5 Millionen Tonnen CO2.


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15.04.2009
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